Aktualisiert 11.05.2017 15:41

Pendeln 2.0Einfach losfahren und erst nachher zahlen

Wie die Zukunft des öffentlichen Verkehrs aussieht, darüber hat sich die ÖV-Branche in Olten den Kopf zerbrochen. Digitalisierung wird dabei grossgeschrieben.

von
sep
In die Technik wird vermehrt investiert: Die letzten November neu lancierte SBB-App. (15. November 2016)

In die Technik wird vermehrt investiert: Die letzten November neu lancierte SBB-App. (15. November 2016)

Keystone/Christian Beutler

Repräsentanten der grössten ÖV-Betriebe der Schweiz sind in Olten zusammengekommen, um über die Zukunft der Branche zu sprechen. Mit dabei waren unter anderem Vertreter der SBB, der BLS sowie von kleineren Betrieben.

Die Tagung war bei weitem keine Selbstbeweihräucherung. So wurde kritisiert, dass statt einer Zusammenarbeit jeder sein eigenes Ding mache, schreibt das «SRF». Angefangen bei den eigenen Apps, die jeder Betrieb auf dem Markt hat. Diese Einzelkämpfermentalität bestätigt die von SBB-Chef Andreas Meyer auf Twitter gepostete Umfrage der Tagung:

Not macht erfinderisch

Doch wenn die Zukunftsvision umgesetzt werden soll, ist stärkere Zusammenarbeit gefragt. Während man jetzt noch mittels Abo oder Einzelbillett seine Zugfahrt im Voraus bezahlt, soll in Zukunft erst nach dem Fahren bezahlt werden – dank digitalen Lösungen. Der Reisende kann selbst seine Strecke in eine App eingeben, doch auch automatische schweizweite Fahrtenerfassung ist möglich.

Dafür müssen die einzelnen Betriebe jedoch stärker zusammenarbeiten. Und die Zeit wird knapp, da die Branche sonst Gefahr laufen könnte, von Grossanbietern wie Google mit innovativen Ticket-Systemen ausgebootet zu werden. Die Digitalisierung und Automatisierung würde das GA überflüssig machen und ersetzen. Auch könnten dadurch auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Ticketlösungen ermöglicht werden.

Bis 2025 soll diese Vision verwirklicht sein. Das Tarifsystem soll einheitlich sein und bezahlen wird der Reisende erst im Nachhinein. Das neue schweizweite IT-System Nova sei ein erster Schritt, um Tarife und Transportunternehmen miteinander zu verbinden.

Zwei Konzepte für diese digitalen Lösungen gibt es bereits. Bei Cico (check in, check out) meldet man die Fahrten selbst via App auf dem Smartphone an und ab. Bibo (be in, be out) hingegen benötigt nicht einmal eine Eingabe, sondern zeichnet die Fahrt mittels Sensoren in den öffentlichen Verkehrsmitteln automatisch auf. Dieser Lösung müsste aber eine einheitliche Aufrüstung der Infrastruktur vorangehen.

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