«Es ist unfassbar»: Eingeschneiter Schwede gibt Rätsel auf
Aktualisiert

«Es ist unfassbar»Eingeschneiter Schwede gibt Rätsel auf

Zwei Monate soll ein Schwede, in seinem Auto eingeschlossen, in der Kälte verbracht haben. Experten sprechen von einem Wunder. Der Mann schweigt.

von
aeg

Die Nachricht ging um die Welt: Ein 44-jähriger Schwede soll die letzten zwei Monate in seinem Auto in der Kälte verbracht haben, ohne Nahrung, ohne Heizung. Mit etwas geschmolzenem Schnee habe er sich am Leben gehalten, bis er vergangene Woche von einem Schneemobilfahrer entdeckt wurde.

Wie es der Mann geschafft hat, so lange bei klirrender Kälte und ohne Nahrung auszuharren, ist unklar. Zumal in Umeå, dem Fundort des Eingeschneiten, das Quecksilber im Winter bis zu 30 Grad unter Null angibt. «Es ist unfassbar, dass er nicht erfroren ist. Die meisten Menschen glauben, Essen und Wasser sind das Wichtigste, aber die Leute sterben durch Erfrieren», meint Lars Ståhle, Überlebensexperte vom Stockholmer Spital Karolinska, in der schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet.

«Es ist ein Wunder»

In der Wissenschaft rechnet man mit maximal 63 Tagen, die ein Mensch ohne Nahrung auskommen kann. Ståhle selbst erinnert sich an einen Fall, als ein Mann im Himalaya 40 Tage ohne Nahrung in der Kälte ausharrte. Dem eingefrorenen Schweden sei hier aber wohl zu Gute gekommen, dass sich rund um das Auto eine dicke Schneeschicht gebildet habe. Diese hätte einen ähnlichen Effekt wie ein Iglu gehabt und die Wärme im Innern belassen.

Überrascht ist auch Ebbe Nyberg von der örtlichen Polizei. «Es ist ein Wunder», zitiert ihn die schwedische Zeitung «Aftonbladet». «Der Weg ist während des Winters nicht geräumt worden und es gibt keine Fussspuren zum oder vom Auto.» Alles deute darauf hin, dass der Mann tatsächlich zwei Monate im Auto festsass.

Was wollte der Mann?

Unklar ist hingegen, wie und wieso der Schwede überhaupt in Umeå gelandet ist. Der 44-Jährige stammt nicht aus der Gegend, sondern aus dem 750 Kilometer entfernten Örebro bei Stockholm. Auch nicht bekannt ist, warum er genau in dieses Waldstück, weit ab von der Hauptstrasse, gefahren ist.

Zu seiner Person ist wenig bekannt. Sein Name wurde von den Behörden nicht publiziert. Laut schwedischen Medien hatte er aber rund 200 000 Euro Schulden. Auch der Vater konnte nichts zu seinen Beweggründen sagen - er hatte seit über 20 Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn.

Der Mann, der nach eigenen Angaben am 19. Dezember 2011 die letzte Nahrung zu sich genommen hat, liegt derzeit im Krankenhaus und ist laut den Ärzten auf dem Weg zur Besserung. Gesprochen hat er jedoch wenig. Als die Rettungskräfte ihn aus dem Auto zogen, konnte er sich kaum bewegen. Nun stuft ihn die Polizei immer noch als Krankheitsfall ein.

(Medien besuchten den eingeschneiten Wagen. Video: Worldmedia/YouTube)

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