Aktualisiert 03.05.2006 19:13

Eingreiftruppe für das Ausland

Die Schweizer Armee kann künftig auch im Ausland in Not geratene Menschen retten und heimbringen – etwa bei einer Geiselnahme.

Der Bundesrat hat gestern die Möglichkeiten für Schutzeinsätze in anderen Staaten ausgedehnt und den Aufbau eines speziellen Aufklärungsdetachements mit 91 Berufs- und Zeitsoldaten beschlossen. Dieses soll ab 2011 einsatzfähig sein.

«Die Spezialisten können etwa für eine Befreiungsaktion von Schweizern im Ausland eingesetzt werden», erklärte Daniel Berger vom Verteidigungsdepartement. Dabei müsse die Schweiz an das betroffene Land einen Antrag stellen und der Bundesrat entscheide, ob die Geiseln allenfalls von bewaffneten Elitesoldaten gerettet und zurückgeführt werden sollen.

Weiterhin möglich bleiben auch Einsätze zum Schutz von Schweizer Botschaften im Ausland sowie die Beschaffung von Schlüsselinformationen.

«Diese Spezialisten können etwa in Ländern mit einem Bürgerkrieg zum Botschaftsschutz und zum Begleitschutz von Botschaftern eingesetzt werden», so Berger weiter. Punkto Beschaffung von Schlüsselinformationen gehe es nicht um Spionage oder verdeckte Ermittlungen à la James Bond. Berger: «Hier handelt es sich vor allem um die Beobachtung der Sicherheitssituation eines Staates.»

Cornelia Stauffer

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