Aktualisiert 01.08.2006 21:44

Einheimische Fische durch Exoten bedroht

Aquarienbesitzer setzen ihre Exoten gerne im Zürichsee aus. Für einen amerikanischen Sonnenbarsch endete die Freiheit aber in der Pfanne.

So einen Fisch hatte der 12-jährige Sebastian Bidermann aus Erlenbach noch nie gesehen: Türkis und orange schillerte das 20 Zentimeter lange Tier. Letzte Woche zog er es an Land. «Ich hatte keine Ahnung, was das für eine Art war», sagt Sebastians Grossvater Peter Gut. Die kanto-

nale Fischereiverwaltung half weiter: Der Junge hatte einen ausgesetzten Sonnenbarsch gefangen, ein in Amerika heimischer Süsswasserfisch.

«Immer wieder gibt es Aquarienbesitzer, die ihre Zierfische gedankenlos aussetzen», sagte Ruedi Prem von der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung zur «Zürichsee-Zeitung». Harmlos sind diese Exoten nicht, denn sie bedrohen heimische Arten: «Der Sonnenbarsch ist ein Laichräuber, der alle anderen Fische vertreibt.»

Regelmässig finden Berufsfischer diese Art in ihren Netzen: «Gegen seine Ausbreitung sind wir machtlos.» Sebastians Fang wird allerdings keine einheimischen Fische mehr bedrohen. «Ich habe ihn leicht gewürzt und in Olivenöl gebraten», sagt Peter Gut. «Er hat gut geschmeckt, ein bisschen nach Egli.» Sebastian wollte aber nicht probieren: Er hatte seine bunte Beute zu sehr ins Herz geschlossen.

Adrian Schulthess

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