Sie folgen BAG-Richtlinien - Einige Kantone verschwenden Corona-Impfstoff
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Sie folgen BAG-RichtlinienEinige Kantone verschwenden Corona-Impfstoff

Ampullen mit Corona-Impfungen enthalten etwas mehr Impfstoff als für die tatsächlichen Impfungen benötigt werden. Was übrig bleibt, wird in der Schweiz trotzdem nicht immer geimpft.

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Einige Kantone holen nicht den gesamten Impfstoff aus den Ampullen heraus.

Einige Kantone holen nicht den gesamten Impfstoff aus den Ampullen heraus.

Dominik Plüss
Dadurch geht der Schweiz wertvoller Impfstoff verloren.

Dadurch geht der Schweiz wertvoller Impfstoff verloren.

URS JAUDAS
Ein Mann wird in Basel geimpft.

Ein Mann wird in Basel geimpft.

Dominik Plüss

Darum gehts

  • Einige Kantone brauchen nicht den ganzen Inhalt der Impfampullen.

  • Dadurch geht der Schweiz wertvoller Impfstoff verloren.

  • Der Kanton Bern etwa versucht aber auch, mehr aus den Ampullen herauszuholen.

Die Schweiz verschwendet wertvollen Corona-Impfstoff, weil BAG- und Herstellerangaben pro Ampulle weniger Impfdosen vorsehen als eigentlich in der Flasche vorhanden wären. Das schreibt der «Kassensturz», der die Menge der möglichen Dosen berechnet hat.

In einigen Kantonen werden pro Ampulle von Pfizer/Biontech sechs Impfdosen und bei Moderna zehn Dosen verimpft. Möglich wären aber 7, 5 bzw. bis zu zwölf Dosen. Andere Kantone wie etwa Bern würden die Regelungen umgehen und versuchen, möglichst viel aus den Ampullen zu holen, Mit etwas Übung und der richtigen Technik sei es möglich, mehr Dosen aus den einzelnen Fläschchen herauszuholen, erklärt Philippe Luchsinger, Präsident der Haus- und Kinderärzte Schweiz. 20 Minuten berichtete vor über einem Monat darüber – in der Zwischenzeit ist jedoch wenig passiert, wie der aktuelle «Kassensturz»-Bericht zeigt.

Luchsinger fordert das Bundesamt für Gesundheit auf, «mehr Leadership» zu beweisen und die Richtlinien anzupassen, statt sich nach den offiziellen Herstellerangaben zu richten. Denn auf dieser Weise bleibe Impfstoff in Spritzen und Fläschchen zurück und landete einfach im Abfall.

Die zu grossen Spritzen sind ein weiteres Problem

Problematisch seien dabei allerdings die in der Schweiz zum Impfen verwendeten Spritzen. Laut der Sendung seien die vom BAG bestellten Spritzen zu gross, um kleine Dosen genau aufziehen zu können. Dabei geht es zwar um kleine Mengen, aber nicht um Kleinigkeiten: Laut dem Kassensturz wäre es möglich, die Bevölkerung bis zu zehn Kalendertage früher zu impfen, wenn die Impfdosen richtig verwendet würden.

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(nsa)

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