Aktualisiert 17.03.2009 08:03

Afrika warnt vor Chaos

«Einige Staaten könnten untergehen»

Die Wirtschaftskrise droht nach Ansicht afrikanischer Staats- und Regierungschefs ihren Kontinent in Chaos und Gewalt zu stürzen. Eine Reihe afrikanischer Staaten könnte «untergehen», sollten angesichts des globalen Abschwungs wirtschaftliche Hilfsmassnahmen ausbleiben.

Das sagte der äthiopische Regierungschef Meles Zenawi bei einem Gespräch mit dem britischen Premierminister Gordon Brown.

Die Politiker kamen im Vorfeld des Weltfinanzgipfels der G20-Staaten zu einem Treffen zusammen, an dem unter anderem auch der tansanische Präsident Jakaya Kikwete, Kenias Regierungschef Raila Odinga und Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf teilnahmen.

Die Teilnehmer des Gipfels am 2. April in London sollten ihre Aufmerksamkeit schon aus eigenem Interesse auf Afrika richten, sagte Zenawi.

Johnson-Sirleaf fügte hinzu, die Kosten einer Unterstützung von Reformen und wirtschaftlicher Erholung auf dem Kontinent würden sehr viel geringer sein als «die Kosten der Friedensmassnahmen, sollte die Krise im Wiederaufbrechen von Konflikten münden».

Brown rief bei dem Treffen dazu auf, die Wirtschaftskrise als Chance zu nutzen, schneller zu einer gerechteren Weltordnung zu gelangen. Über konkrete Finanzhilfen für Afrika wurde laut Zenawi in London nicht gesprochen.

Die afrikanischen Staaten könnten wegen der fallenden Preise für Rohstoffe wie Öl, Zink und Kupfer von der Wirtschaftskrise besonders hart getroffen werden.

Am G20-Gipfel im April nimmt als einziger afrikanischer Staat Südafrika teil. Zenawi wird in seiner Funktion als Vorsitzender der Staateninitiative «Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung» (NEPAD) anwesend sein.

(sda)

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