Elm GL: «Einige standen einfach auf den Friedhof, um zu fotografieren»
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Elm GL«Einige standen einfach auf den Friedhof, um zu fotografieren»

Am Mittwochmorgen gab es in Elm GL ein Spektakel zu sehen. Die Sonne schien durch das Martinsloch hindurch. Eine Leser-Reporterin berichtet, wie sie das Ereignis erlebte.

von
Adriel Monostori
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Das Spektakel zog die Besucher an. 

Das Spektakel zog die Besucher an.

Sandra Lütschg
Dabei dauerte es nur ein paar Minuten. 

Dabei dauerte es nur ein paar Minuten.

Sandra Lütschg
Start war um 9.32 Uhr. 

Start war um 9.32 Uhr.

Sandra Lütschg

Darum gehts

  • Durchs Martinsloch schien am Mittwochmorgen die Sonne.
  • Das lockte zahlreiche Interessierte an.
  • Am Abend scheint auch der Mond durch die Lücke im Gestein.
  • Das passiert nur alle 19 Jahre.

«Es war wirklich magisch», erzählt Sandra Lütschg (50). Die Glarnerin war vor Ort, als am Mittwochmorgen die Sonne durchs Martinsloch schien. «Ich war schon öfters am Martinsloch, aber die Sonne durchscheinen sah ich heute zum ersten Mal», sagt die Leser-Reporterin. Von überall seien Leute hergekommen.

So sah es im Frühling dieses Jahres aus.

Unesco-Welterbe Sardona/Max Maisch

Versammelt vor der Kirche in Elm GL wurde den Anwesenden die Sage des Martinsloch (siehe Box) erzählt. Ebenfalls sei erzählt worden, wie im Jahre 1989 die Flimser den Elmern einen Streich spielten. Dabei hatten sie das Loch mit einem Tuch bedeckt. «Man wollte eigentlich rechtlich vorgehen, hat es dann aber gelassen», so Lütschg.

Nur alle 19 Jahre

Exakt um 9.32 Uhr schien dann die Sonne durch das Loch. «Die Leute blickten alle in Richtung Martinsloch und nahmen ihre Handys hervor.» Einige Leute seien sogar auf den Friedhof gegangen, um Fotos zu machen. «Das fand ich gar nicht in Ordnung», fügt sie hinzu. Die Kirche sei nicht bestrahlt gewesen. «Das Ereignis war sehr eindrücklich. Der Himmel war ganz milchig», so Lütschg.

Aufnahmen vom Frühling 2020.

Ferienregion

«Am Abend werde ich nicht dabei sein», so die Glarnerin. Sobald es dunkel wird, mache sich eine Wandergruppe auf den Weg auf einen nahe gelegenen Aussichtspunkt. Von dort aus werde man den Mond durch das Loch scheinen sehen können. Dass Sonne und Mond am gleichen Tag aus dem Martinsloch gucken, passiert nur alle 19 Jahre.

Die Sage vom Martinsloch

Viele Sagen ranken sich um die berühmte Felsformation. Die bekannteste ist jedoch die vom Schafhirten Martin, der auf der Elmer Seite seine Tiere hütete. Eines Tages griff ein Riese von Flims die Herde an und versuchte, einige Schafe zu stehlen. Doch Martin verteidigte seine Tiere tapfer, und der Riese nahm Reissaus. Martin schleuderte dem Riesen seinen Hirtenstab hinterher, doch anstatt den Riesen traf der Stock die Tschingelhörner. Mächtiges Grollen und Poltern ertönte, und eine mächtige Felslawine donnerte zu Tal. Als der Staub sich gelegt hatte und Ruhe eingekehrt war, war im Fels ein dreieckiges Loch zu sehen, das fortan Martinsloch genannt wurde.

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