Aktualisiert 02.08.2012 12:09

Günstige WechselkurseEinkaufen soll billiger werden

Schweizer Kunden profitieren von der Schuldenkrise. Die Preise im Detailhandel sollen dieses Jahr um über 2 Prozent sinken, prognostizieren die Wirtschaftsforscher.

Nahrungsmittel sollen um 1,1 Prozent günstiger werden. (colourbox.com)

Nahrungsmittel sollen um 1,1 Prozent günstiger werden. (colourbox.com)

Für die Konsumenten ist es eine gute Nachricht: Die Preise im Schweizer Detailhandel dürften dieses Jahr sinken. Die Geschäfte müssen daher trotz steigender Nachfrage mit einem tieferen Umsatz rechnen.

Die Krise in der Euro-Zone lässt die Preise im Schweizer Detailhandel sinken. Die Konjunkturforschungsstelle BAK Basel geht davon aus, dass die Güter im laufenden Jahr im Durchschnitt um 2,4 Prozent günstiger werden, wie sie am Donnerstag mitteilte. Anfang Mai hatte BAK Basel noch mit einem Preisrückgang von 1,4 Prozent gerechnet.

Vor allem Non-Food wird billiger

Nach der neuesten Prognose dürften insbesondere die Preise im Non- Food-Bereich nach unten purzeln: BAK Basel erwartet bei diesen Gütern einen Rückgang der Preise um 3,7 Prozent. Nahrungsmittel dürften im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent günstiger werden.

Die Finanzprobleme im Euro-Raum wirken sich über den Wechselkurs weiterhin markant auf die Preisentwicklung im Schweizer Detailhandel aus, wie BAK Basel schreibt. Die Konsumfreude sei von der Krise im bisherigen Jahresverlauf aber nicht eingetrübt worden.

Nachfrage bleibt solide

Die überraschend starken Wintermonate verhalfen dem Detailhandel gemäss BAK Basel zu einem soliden Halbjahresergebnis. Die Nachfrageentwicklung habe insbesondere im ersten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen.

Für die verbleibenden Monate dieses Jahres werde mit einer «soliden Entwicklung» der Konsumausgaben gerechnet. Diese werde unterstützt von der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt, den höheren Reallöhnen und der anhaltenden Nettozuwanderung, schreibt BAK Basel.

Für das gesamte Jahr erwartet die Konjunkturforschungsstelle eine höhere Nachfrage als im Vorjahr. Die Umsätze dürften real, das heisst um die Preisveränderungen bereinigt, im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent steigen. Wegen den sinkenden Preisen dürfte nominal aber ein Minus von 0,5 Prozent resultieren. Bereits letztes Jahr war der Umsatz nominal zurückgegangen.

Trotz höherer Nachfrage dürften die Geschäfte daher insbesondere im Non-Food-Bereich weniger einnehmen: Der reale Umsatz wird laut Prognose in diesem Sektor 2,4 Prozent über dem Vorjahr liegen, nominal aber um 1,4 Prozent zurückgehen. Der Umsatz mit Nahrungsmitteln dürfte hingegen nominal um 0,5 Prozent (real: 1,6 Prozent) steigen.

Umsätze im Juni gestiegen

Im Monat Juni legten die Umsätze im Detailhandel im Vergleich zum Vormonat leicht zu, wie das Bundesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Saisonbereinigt stieg der Detailhandelsumsatz um 0,4 Prozent. Real resultierte ein Plus von 0,3 Prozent.

Dabei zeigten sich grosse Unterschiede: Die Umsätze mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren stiegen real um 0,8 Prozent (nominal 0,9 Prozent), während der Umsatz des Nicht- Nahrungsmittelsektors praktisch stagnierte (real 0,1 Prozent, nominal 0,2 Prozent).

Im Vergleich zum Juni letzten Jahres stiegen die Umsätze bereinigt um Verkaufs- und Feiertagseffekte um 3,7 Prozent. Das nominale Umsatzwachstum fiel wegen tieferer Preise mit 1,1 Prozent deutlich tiefer aus.

(sda)

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