HSG-Studie: Einkaufstourismus nach Deutschland bricht ein – obwohl er erlaubt wäre
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HSG-StudieEinkaufstourismus nach Deutschland bricht ein – obwohl er erlaubt wäre

Schweizerinnen und Schweizer gehen kaum mehr nach Deutschland einkaufen. Das, obwohl es eigentlich immer noch erlaubt wäre. Eine Studie sagt nun, warum die Schweizer trotzdem lieber zu Hause bleiben.

von
Reto Heimann
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Der Einkaufstourismus nach Deutschland ist eingebrochen.

Der Einkaufstourismus nach Deutschland ist eingebrochen.

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Ähnlich wie während des Lockdown im März meiden die Schweizer grenznahe Städte wie Konstanz oder Weil am Rhein zusehends.

Ähnlich wie während des Lockdown im März meiden die Schweizer grenznahe Städte wie Konstanz oder Weil am Rhein zusehends.

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Der Unterschied: Im Gegensatz zum März, als die Grenzen ganz geschlossen waren, wäre das Einkaufen eigentlich noch erlaubt.

Der Unterschied: Im Gegensatz zum März, als die Grenzen ganz geschlossen waren, wäre das Einkaufen eigentlich noch erlaubt.

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Darum gehts

  • Die HSG untersuchte den Einsatz von Debitkarten im Ausland.

  • Daraus lässt sich schliessen: Schweizer gehen, ganz ähnlich wie während des Lockdown im März, kaum mehr nach Deutschland zum Posten.

  • Eigentlich gäbe es Ausnahmeregelungen, die das Einkaufen in Deutschland nach wie vor erlauben.

Der Einkaufstourismus nach Deutschland hat in den letzten Wochen rapid abgenommen. Das berichten die Zeitungen von Tamedia. Der Einbruch der Zahlen erinnert dabei an die Zeit des Lockdown und der generellen Grenzschliessungen Mitte März.

Der Unterschied: Im Unterschied zu damals wäre das Einkaufen im grenznahen Ausland immer noch erlaubt. Das Bundesland Baden-Württemberg kennt eigens eine Ausnahmeregelung für Grenzeinkäufer. Zwar gilt mittlerweile die gesamte Schweiz als Risikoland in den Augen deutscher Behörden.

Es gibt Ausnahmen

Wer allerdings aus den Kantonen Zürich, St. Gallen, Thurgau, beide Basel, Schaffhausen, Solothurn, Jura, Aargau und beide Appenzell nach Deutschland einreist, darf das weiterhin tun. Bedingung. Besucher aus diesen Kantonen müssen nach weniger als einem Tag wieder ausreisen – allemal Zeit genug, um einkaufen zu können.

Berechnungen der HSG zeigen aber: Immer weniger Schweizer nehmen die Reise nach Deutschland auf sich, um dort zu posten. Die HSG untersuchte Debitkarten-Zahlungen und wie oft diese im Ausland eingesetzt wurden.

Stetiger Rückgang

Vom 12. bis zum 19. Oktober gaben die Schweizer noch 25 Millionen Franken mit Debitkarten aus. In der Woche darauf waren es noch 17 Millionen. Wieder eine Woche darauf wurden gerade noch 15 Millionen Franken über Debitkarten abgewickelt.

HSG-Professor Matthias Fengler war an der Studie mitbeteiligt. Er erklärt den Rückgang mit dem allgemeinen Rückgang der Mobilität: «Genau wie deshalb der Konsum in den Schweizer Innenstädten zurückgeht, mag dies auch auf den Einkaufstourismus Auswirkungen haben», sagt Fengler den Zeitungen von Tamedia.

«Nur grosse Schlagzeile gelesen»

Des Weiteren ist für Fengler klar, dass Einkaufstourismus immer mit mehr als blossen Besorgungen für den Alltag verbunden ist. Das heisst: Mit der Reduktion der allgemeinen Freizeitaktivitäten nimmt wohl auch die Bereitschaft ab, extra fürs Einkaufen nach Deutschland zu fahren.

Drittens wüssten viele Menschen gar nicht, dass Ausnahmen existieren, vermutet Fengler: ««Viele Menschen wissen wohl gar nicht von den Ausnahmeregelungen in Baden-Württemberg und haben nur die grosse Schlagzeile gelesen, dass die Schweiz in Deutschland neu als Risikoland gilt.»

Deine Meinung

536 Kommentare
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ABC

07.11.2020, 18:27

So schön ruhig wieder in Konstanz 😊

Marce70

07.11.2020, 17:19

Gut Dan bleibt das Geld in der Schweiz 😁 Und weniger Stau an den Grenzen. Von mir aus nicht bei 50. - Abstempeln so dern bei 100.-

Frage

07.11.2020, 17:01

Das berichten die Zeitungen von Tamedia. Welche Zeitungen? Schmierblatt der Woche ?