Aktualisiert 14.06.2004 23:15

Einkommen: Mittelstand auf der Strecke geblieben

Die Einkommen sind von 1990 bis 2001 vor allem bei den Armen und den Reichen gestiegen. Auf der Strecke blieb der Mittelstand.

Im Schnitt nahm das Bruttoeinkommen jährlich um 0,6 Prozent zu und betrug im Jahr 2001 rund 66 000 Franken pro Person. Der Mittelstand, der von höheren indirekten Steuern und Sozialabgaben belastet wurde, konnte lediglich einen Einkommensanstieg von rund 0,5 Prozent pro Jahr verbuchen. Derweil wuchsen die Einkommen der ärmeren und wohlhabenden Erwerbshaushalte um mindestens ein Prozent. Dies zeigt ein Bericht über die Verteilung des Wohlstands in der Schweiz, der gestern vom Eidgenössischen Finanzdepartement veröffentlicht worden ist.

Während der langjährigen Rezession von 1990 bis 1998 ist das Einkommen nur gerade bei den reichsten Haushalten gestiegen. Ab 1998 konnten dann aber die Ärmeren zulegen. Sie profitierten dabei von Lohnerhöhungen und der rückläufigen Arbeitslosigkeit.

Der Bericht, initiiert durch Nationalrätin Jacqueline Fehr, zeigt noch weitere Phänomene: Die Einkommen sind bei Menschen mit zunehmendem Alter ungleicher verteilt als bei Jüngeren. Zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr nehmen die Einkommensunterschiede rapide zu. Ein weiterer deutlicher Anstieg zeigt sich beim Übergang ins Rentenalter. Zudem sind die Reinvermögen deutlich ungleicher verteilt als die verfügbaren Einkommen.

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