Pralles Portemonnaie: Einmal mehr klingelt die Kasse nur beim FCB
Aktualisiert

Pralles PortemonnaieEinmal mehr klingelt die Kasse nur beim FCB

Der FC Basel ist und bleibt in der Schweiz die Nummer 1. Auch was die Finanzen betrifft, lässt er Verfolger Zürich und den Rest der Liga immer weiter hinter sich.

von
heg

Kurz nach 22 Uhr am Mittwochabend: Der FC Basel ist nach dem 3:0-Sieg gegen Luzern zum 14. Mal Schweizer Meister. Die Jubelfeiern nehmen ihren Anfang und dauern die ganze Nacht durch bis in die frühen Morgenstunden. Im Hintergrund gejubelt hat auch Mathieu Jaus.

Der Basler Finanzchef darf sich dank dem Titelgewinn und der direkten Champions-League-Qualifikation über zusätzliche 20 bis 25 Millionen im Kässeli freuen. Dieser Betrag kommt in den Gruppenspielen durch Ticketverkäufe, Fernsehgelder und weitere Einnahmen zusammen. In die Rechnung fliessen auch die sieben Millionen Franken, die der FCB mit dem Wintertransfer von Samuel Inkoom zu Dnjepr Dnjepropetrowsk gemacht hatte.

Schaut man das letzte Geschäftsjahr an, kann der FCB dieses Geld gut gebrauchen. Basel schrieb 2010 nur einen Gewinn von 223 000 Franken. Wohl verstanden inklusive der Einnahmen aus der Champions League. Sollte der Schweizer Liga-Krösus dennoch irgendwann in finanzielle Schwierigkeiten geraten, kann er sicher auf die finanzielle Unterstützung der milliardenschweren Mäzenin Gigi Oeri zählen.

Einfacher zum grossen Geld

Dank dem direkten Einzug in die Königsklasse muss der FCB nicht mehr zu mühsamen Qualifikationsspielen und ebensolchen Reisen antreten. Das gibt in erster Linie zwar weniger Geld, gleicht sich aber wieder aus, weil darauf verzichtet werden kann. FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler: «Durch den Wegfall der Qualifikation sind das rund drei Millionen Euro weniger, weil es zur grotesken Situation kommt, dass der Schweizer Vertreter einen kleineren Anteil aus dem zentralen Vermarktungspool kassiert als zum Beispiel Vereine aus der Bundesliga.»

So feiert der FCB in der Kabine

Auch bei den Wunschgegnern sind sich Trainer und Vize-Präsident weitgehend einig. Irgendwie hat man keine speziellen Wünsche. Vielleicht aber, dass man, weil man gegen Barcelona oder die AS Roma schon gespielt hat, einmal auf einen anderen Klub trifft. Heusler: «Vielleicht Manchester United...» «...oder Arsenal», fällt ihm Trainer Thorsten Fink ins Wort.

Das grosse Minus des FCZ

Während Basel nicht mehr aus dem Jubeln herauskommt, herrscht beim Rivalen aus Zürich eher Katerstimmung. Zum Titel und den damit verbundenen Millionen hats nicht gereicht. Der FCZ muss sich über die Qualifikation versuchen für die Königsklasse zu qualifizieren, um doch noch vom grossen Millionentopf profitieren zu können. Das ist aber Zukunftsmusik und dabei wird es aufgrund der möglichen Qualifikationsgegner wohl auch bleiben.

Die jetzige Situation präsentiert sich für den FCZ relativ düster. Präsident Ancillo Canepa muss an der Generalversammlung nächste Woche ein Minus von 8,6 Millionen Franken aus dem letzten Geschäftsjahr verkünden. Mit der Champions-League-Teilnahme 2009 und den Gruppenspielen gegen Madrid, Milan und Marseille nahmen die Zürcher ebenfalls rund 25 Millionen Franken ein, wovon etwa zehn als Gewinn resultierten. Dieser ist jedoch aufgebraucht.

Finanzielle Wundertüte Xamax

Finanziell gut gebettet sind die Berner Young Boys und Neuchâtel Xamax; die Neuenburger seit Anfang Mai und der Übernahme durch den tschetschenischen Oligarchen Bulat Tschagajew sowieso. Ob das Geld nächste Saison dabei hilft, dass man nicht mehr gegen den Abstieg spielen muss, wird sich zeigen. In Bern stellen die privaten Investoren – wie zum Beispiel Andy Rihs – zwar artig Geld zur Verfügung, doch im sportlichen Bereich hat das Engagement noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Bei den anderen Super-League-Vereinen sieht es bei den Finanzen nicht gerade rosig aus. Das lässt keinen grossen Spielraum für spektakuläre Transfers. Daher kämpfen diese Klubs nicht nur um das sportliche, sondern auch immer wieder um das wirtschaftliche Überleben.

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