Aktualisiert 11.06.2008 14:56

DELIKATESSEEinmal Tiger in Wein, bitte!

In China werden exotische und vom Aussterben bedrohte Tiere gerne gegessen. Doch des Grauens nicht genung: Begehrt ist auch Reiswein mit eingelegten Tigerknochen. Na dann, Prost!

Laut BBC Online wurde Mitarbeitern einer in England ansässigen Tierschutzorganisation in zwei Tierparks Reiswein mit eingelegten Tigerknochen angeboten. Ungeachtet der Tatsache, dass in China seit 1989 ein Gesetz in Kraft ist, welches die Verwendung von oder den Handel mit Teilen von gefährdeten Tieren verbietet. Nützen tut das Gesetz allerdings wenig, die Zahl der Tiger reduziert sich kontinuierlich.

Der Tigerwein, der gegen Arthritis und Rheuma helfen soll, wurde in den Parks von den Angstellten ganz offen angepriesen. Dabei beteuerten sie, dass die für den Heilwein verwendeten Tigerknochen von Tieren stamme, die bei Kämpfen mit anderen Raubkatzen ums Leben kamen.

Ein langjähriger Parkangstellter gab zwar zu, dass der Verkauf von Tigerwein auf dem offenen Markt verboten sei. Es sei aber auf dem sogenannt «geschlossenen» Markt, also im Tierpark, erlaubt.

Landesweite Tigerfarmen

Tierschützer vermuten, dass auf den Tigerfarmen, die es in ganz China gibt, über 5'000 Tiger leben – mehr als in der freien Wildbahn.

Letztes Jahr liess die chinesische Regierung verlauten, dass sie in Erwägung ziehe, das Verbot, mit Tigerteilen zu handeln, für die Farm-Tiger aufzuheben. Dies ermögliche es, die Nachfrage nach traditioneller chinesischer Medizin zu befriedigen ohne die wilde Tigerpopulation weiter zu reduzieren.

Diese Erwägung findet bei einigen Tierschützern Anklang. Andere hingegen warnen, die Massnahme würde die Versuche der Regierung, die Wilderei einzudämmen, unterwandern. Denn einen wilden Tiger zu schiessen sei billiger, als ein Tier auf einer Farm aufzuziehen. Und einen Unterschied zwischen einem wilden und einem Farm-Tiger auszumachen, sei praktisch unmöglich.

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