Aktualisiert 08.10.2012 09:07

Lieber Phil Geld

Einreiseverbot: Gibts Geld zurück?

Milan (25) hat Ferien in Abu Dhabi gebucht. Statt das Visum vor Ort zu bekommen, wurde er beim Zoll abgewiesen. Kann er vom Reiseveranstalter das Geld zurückverlangen?

Ferien in Abu Dhabi - nur mit Visum möglich.

Ferien in Abu Dhabi - nur mit Visum möglich.

Lieber Phil Geld

Ich habe übers Internet Ferien in Abu Dhabi gebucht. Wegen dem benötigten Touristen-Visum habe ich bei der Botschaft der Arabischen Emirate angefragt. Dort hiess es, ich könne das Visum bei Ankunft in Abu Dhabi erhalten. Doch als mazedonischer Staatsbürger wurde ich bei meiner Ankunft abgewiesen. Kann ich jetzt das Geld beim Reiseveranstalter zurückverlangen?

Lieber Milan

Das ist in der Tat sehr ärgerlich. Aber der Reiseveranstalter hat mit dem Visum in diesem Fall nichts zu tun: Du hast dich in eigener Sache nicht um dein Visum gekümmert. In deinem Fall ist es so, dass zwar Schweizer Staatsbürger und Bürger diverser EU-Länder bei der Einreise vor Ort ein Visum beantragen können. Mazedonier zählen jedoch nicht dazu.

Einige Reiseveranstalter bieten ihren Kunden zwar an, das benötigte Visum für eine Reise anzufordern. Beantragt der Reiseveranstalter die Dokumente für seinen Kunden und sind diese bis zur Abreise nicht eingetroffen, kommt es zu einer Annullierung der Reise. Das heisst: Selbst dann wird dem Kunden kein Geld mehr zurückerstattet.

Der Grund: Der Visa-Service des Veranstalters ist nicht Bestandteil des Vertrags zwischen Kunde und Veranstalter. Grundsätzlich ist jeder selber in der Pflicht, sich rechtzeitig um sein Visum zu kümmern. Die Konditionen sind von Anbieter zu Anbieter allerdings unterschiedlich und in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) geregelt. Es lohnt sich also, die Konditionen und das Kleingedruckte genau zu studieren.

Generell sind Reisewillige immer gut beraten, ein notwendiges Visum vorab und frühzeitig zu beantragen, damit es vor der Abreise bereit liegt. Bei Familien oder Partnern, die unterschiedliche Staatsangehörigkeiten haben, muss jeder Mitreisende individuell überprüfen, ob er oder sie für eine Destination ein Visum braucht. Bei Visa-Fragen hilft die Schweizer Ombudsstelle für Touristik weiter.

Grundsätzlich sind Reiseveranstalter nur für Leistungen haftbar, die sie auch zugesichert haben. Versprechen sie «einen Blick aufs Meer und eine ruhige Umgebung» - wobei ausser dem grauen Hinterhof und der lauten Baustelle nebenan nichts in Sichtweite ist, kann bei Pauschalreisen ein Teil des Arrangementpreises zurückgefordert werden. Die Einzelheiten dazu sind im Pauschalreisegesetz geregelt.

Reiseveranstalter versuchen stets, ihr Angebot möglichst schönfärberisch zu präsentieren: Deshalb ist es empfehlenswert, sich alle wichtigen Punkte genau erklären zu lassen. Am besten werden diese Punkte gleich schriftlich auf der Buchungsbestätigung aufgeführt. Damit sind diese vertraglich festgehalten und bindend für den Veranstalter.

Die Rückerstattungssummen sind nicht einheitlich geregelt. Einige Anhaltspunkte bietet die Frankfurter Tabelle. Als Richtwert ist die deutsche Tabelle auch für die Schweiz anwendbar. Egal, wie hoch die Entschädigung ausfällt – Gäste können ihre Forderungen nur geltend machen, wenn sie sich vor Ort beschweren und dem Veranstalter Zeit einräumen, die Mängel zu beheben.

Freundlich grüsst:

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