Aktualisiert 13.08.2009 17:50

ArmeeEinrücken trotz Schweinegrippe

Während im zivilen Leben Personen mit Grippesymptomen zu Hause bleiben müssen, sollen Soldaten auch dann in den Militärdienst einrücken, wenn sie Grippe haben. In Liestal sind bereits zehn Armeeangehörige an Schweinegrippe erkrankt.

Die Armee gibt ihnen deshalb ab sofort Hygieneschutzmasken ab, wie das VBS am Donnerstag mitteilte. Kranke werden im Militärdienst behandelt. In der Armee ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch, weil viele Menschen auf engen Raum beisammen sind. Bereits Ende April hat die Armeeführung deshalb die Militärdienstleistenden angewiesen, den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlenen persönlichen Schutzmassnahmen grösstmögliche Beachtung zu schenken.

Einrücken oder Arztzeugnis

Im zivilen Leben müssen Personen mit Grippesymptomen zu Hause bleiben. Armeeangehörige hingegen sind verpflichtet, auch bei Unwohlsein in den Militärdienst einzurücken und sich dort der sanitarischen Eintrittsmusterung zu stellen. Wer nicht einrückungsfähig ist, muss sich dies von einem Arzt bescheinigen lassen.

Damit Soldaten und Soldatinnen nach dem Urlaub auch bei einer allfälligen Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus einrücken können, erhalten sie ab sofort zwei persönliche Hygieneschutzmasken. Überdies prüft die Armee die Möglichkeit, den Armeeangehörigen eine Impfung gegen die saisonale Grippe anzubieten.

Zehn Soldaten in Infanterie-RS an Schweinegrippe erkrankt

Zehn Angehörige der Armee der Infanterie-RS 13 in Liestal sind an der Schweinegrippe erkrankt. Die Betroffenen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, werden nach Hause geschickt, sofern die Umstände dies erlauben, wie die Schweizer Armee am Donnerstag mitteilte.

Weitere zwölf Armeeangehörige, die mit den Erkrankten engen Kontakt hatten, sollen wenn möglich ebenfalls in die «Heimquarantäne». Nicht nach Hause geschickt werden laut Mitteilung Soldaten, die eine schwangere Frau oder Kinder zu Hause haben oder nicht nach Hause gehen möchten. Der Betrieb in der Infanterie-RS geht normal weiter.

(sda)

Symptome der Schweinegrippe

Die Symptome der Schweinegrippe ähneln der einer ganz normalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Husten. Einige Patienten berichteten auch über Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Ohne Laboruntersuchung gibt es keine Gewissheit.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch ist sehr kurz, manchmal erkranken Infizierte schon binnen Stunden, die meisten spätestens innerhalb von drei Tagen. In dieser Zeit sind die Patienten schon ansteckend, da die Virenausscheidung über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums beginnt. Diese Ausscheidung dauert in der Regel bis zu sieben Tage, bei geschwächten Menschen auch länger. (ap)

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