15.09.2020 12:07

Fischotter im Tierpark GoldauEinsamer Jolo (9) hat mit Julia (4) endlich wieder eine Freundin

Drei Jahre war Jolo alleine in der Fischotteranlage im Tierpark Goldau. Jetzt ist Julia zu ihm gezogen. Im Tierpark hofft man nun fest auf Nachwuchs.

von
Gianni Walther

Die Fischotter Julia und Jolo in ihrer Anlage im Natur- und Tierpark Goldau.

Tierpark Goldau/20Min

Darum gehts

  • Fischotter Jolo (9) lebte fast drei Jahre alleine im Tierpark Goldau.
  • Jetzt ist das Fischotterweibchen Julia (4) im Park eingezogen.
  • Nach kurzer Zeit haben sich die beiden Tiere aneinander gewöhnt.
  • Jetzt machen die putzigen Tierchen die Fischotteranlage gemeinsam unsicher.
  • Im Tierpark hofft man nun darauf, dass die beiden Nachwuchs haben werden.

Gibts bald Babyglück im Fischottergehege im Natur- und Tierpark Goldau? Nun besteht jedenfalls wieder die Möglichkeit dazu. Denn: Fischotter Jolo (9) war bis vor kurzem alleine in der Fischotteranlage in Goldau. Die Verantwortlichen des Tierparks hätten lange versucht, ein weiteres Tier für die Anlage zu bekommen. «Doch das war gar nicht so einfach, denn es war eine Herausforderung, ein Weibchen zu finden, das gemäss den Vorgaben des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms zum Goldauer Männchen passte», heisst es in einer Mitteilung des Tierparks.

Lange war Jolo alleine: Fast drei Jahre lang hatte er das Gehege in Goldau ganz für sich. Überstanden habe er das gut, wie Tierparkdirektorin Anna Baumann auf Anfrage sagt: «Fischotter sind einzelgängerisch. Jolo hat das nicht viel ausgemacht, er war stets munter und zufrieden.» Nach Goldau gezogen war Jolo übrigens 2012 aus Bern, nachdem die neue Fischotteranlage fertiggestellt worden war.

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Endlich im neuen Zuhause: Tierarzt und Kurator Martin Wehrle lässt das Fischotterweibchen Julia nach 120 Tagen in der Quarantäne in ihre neue Anlage im Natur- und Tierpark Goldau.

Endlich im neuen Zuhause: Tierarzt und Kurator Martin Wehrle lässt das Fischotterweibchen Julia nach 120 Tagen in der Quarantäne in ihre neue Anlage im Natur- und Tierpark Goldau.

Natur- und Tierpark Goldau
Julia (4) ist zusammen mit ihrer Schwester aus der Ukraine in die Schweiz gezogen. Da die Ukraine ein Tollwut-Risikogebiet ist, musste Julia zuerst in Quarantäne.

Julia (4) ist zusammen mit ihrer Schwester aus der Ukraine in die Schweiz gezogen. Da die Ukraine ein Tollwut-Risikogebiet ist, musste Julia zuerst in Quarantäne.

Natur- und Tierpark Goldau
Umgesiedelt wurde Julia im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Nun hofft man, dass Julia und Jolo (9) gemeinsam Nachwuchs zeugen werden.

Umgesiedelt wurde Julia im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Nun hofft man, dass Julia und Jolo (9) gemeinsam Nachwuchs zeugen werden.

Natur- und Tierpark Goldau

120 Tage Quarantäne für die Fischotter

Nun hat Jolo aber Gesellschaft bekommen: Fischotterweibchen Julia (4) ist kürzlich aus einem Zoo in der Ukraine nach Goldau gezogen. Zusammen mit ihrer Schwester wurde sie dieses Jahr im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Goldau gebracht. Dort mussten die beiden zuerst in Quarantäne, weil die Ukraine ein Tollwut-Risikogebiet ist. «So verbrachten die zwei Fischotter 120 Tage in der Quarantänestation des Tierparks.» Julias Schwester wurde danach in eine Fischotteranlage in Männedorf gebracht.

Julia jedoch konnte in Goldau bleiben und zog zu Jolo in die Fischotteranlage. Zuerst jedoch in einem abgetrennten Teil. «Die beiden mussten sich zuerst aneinander gewöhnen», sagt Baumann. Das sei relativ schnell gegangen. Schon nach kurzer Zeit habe man den Durchgang geöffnet, und seither machen die beiden die Fischotteranlage gemeinsam unsicher. «Nun hoffen wir natürlich wahnsinnig fest darauf, dass es Nachwuchs geben wird», so Baumann.

Fischotter sind geschützt

Lange hat man Fischotter als Schädlinge betrachtet, wie der Tierpark mitteilt. «Als Konkurrent der Fischer wurde er stark bejagt. Die komplette Ausrottung wurde im 19. Jahrhundert angestrebt», so die Mitteilung. Seit 1952 seien die Tiere geschützt, «trotzdem starb er – vermutlich infolge Jagd- und Lebensraumverlustes – gut vierzig Jahre später aus.» Die Lebensbedingungen für die Tiere hätten sich inzwischen aber verbessert, und vor allem in Osteuropa hätten sich die Bestände erholt. «Man rechnet damit, dass natürliche Zuwanderungen auch in die Schweiz erfolgen werden – einzelne Tiere wurden bereits an verschiedenen Orten gesichtet», heisst es weiter.

Nicht nur für Fischotter gibts in Goldau ein Zuchtprogramm. Auch eine Zuchtstation für Bartgeier befindet sich in Goldau. Immer wieder werden Tiere ausgewildert, so zum Beispiel im Jahr 2018.

SDA/Keystone

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8 Kommentare
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So härzig

16.09.2020, 08:56

Herzerwärmend solche Berichte.. alles liebe und gute den Beiden! Viel. gibt es dann schon bald Nachwuchs!

Edward

15.09.2020, 14:07

Der moment wenn ein Otter vor dir eine Freundin findet... :(

stefania

15.09.2020, 13:15

Warum bleibt ein Otter 3 Jahre lang alleine?