Dargebotene Hand: Einsamkeit macht immer mehr Jungen zu schaffen
Aktualisiert

Dargebotene HandEinsamkeit macht immer mehr Jungen zu schaffen

Die Dargebotene Hand Zentralschweiz wird immer öfter angerufen. Hauptgründe sind psychische Störungen und Einsamkeit.

von
Daniela Gigor
Bei Klaus Rütschi, Geschäftsführer der Dargebotenen Hand, suchen immer mehr Menschen Beratung.

Bei Klaus Rütschi, Geschäftsführer der Dargebotenen Hand, suchen immer mehr Menschen Beratung.

Über 13 000-mal klingelte 2012 bei der Dargebotenen Hand Zentralschweiz das Beratungstelefon. Dies ist eine Zunahme um über 1000 Gespräche. «Wir werden immer mehr mit den psychischen Leiden der Bevölkerung konfrontiert», sagt Geschäftsführer Klaus Rütschi. Betroffen davon seien über 27 Prozent der Hilfesuchenden.

Auf Platz zwei stehen Probleme bei der Alltagsbewältigung. Eine sprunghafte Zunahme ist beim Thema Einsamkeit zu registrieren. «Früher waren es ältere Menschen, die wegen Einsamkeit anriefen, heute sind es auch junge Leute», sagt Rütschi weiter. Dies führt er auf die wachsende Anzahl von Singlehaushalten und den Wunsch nach Selbstverwirklichung zurück. Auffallend ist, dass 83 Prozent der Hilfesuchenden Frauen sind.

Tipp: Echte Kontakte pflegen

«Männer warten zu lange ab und kommen erst auf uns zu, wenn es zu spät ist und ihre Welt zusammenbricht», so Rütschi. Männer greifen auch nicht zum Telefon, sondern suchen Hilfe per E-Mail oder Facebook.

Die neuen Medien erleichtern Rütschi und seinen 39 freiwilligen Mitarbeitern zwar die Beratungen, doch für die Gesellschaft sieht er Nachteile: «Reale Freundschaften werden oft weniger gepflegt als Facebook-Profile.» Rütschis vorbeugender Tipp gegen die Einsamkeit: «Die Menschen sollten sich wieder vermehrt auf die Familie und Freunde besinnen.» Denn diese sind in der Not wirklich zur Stelle.

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