Uvalde, Texas: Einsatzleiter nach Schulmassaker vom Dienst suspendiert
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Uvalde, TexasEinsatzleiter nach Schulmassaker vom Dienst suspendiert

Obwohl die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, wird der Leiter der Polizei von Uvalde beurlaubt.  

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Polizeichef Pete Arredondo (rechts) wird für das zögerliche Verhalten der Polizei in Uvalde verantwortlich gemacht. (Archivbild)

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Darum gehts

Nach dem Schulmassaker in der US-Stadt Uvalde mit 21 Todesopfern ist der zuständige Einsatzleiter vom Dienst suspendiert worden. Der Leiter des Schulbezirks der texanischen Stadt, Hal Harrell, erklärte am Mittwoch, er habe Pete Arredondo beurlaubt. Er habe eigentlich die Ermittlungsergebnisse abwarten wollen, bevor er Personalentscheidungen treffe. Da jedoch unklar sei, bis wann die Ermittlungen abgeschlossen würden, habe er entschieden, Arredondo vorübergehend vom Dienst auszuschliessen. Arredondo leitete bis dahin die für die Sicherheit an den Schulen von Uvalde zuständige Polizeibehörde.

Am Vortag hatte der Chef der texanischen Sicherheitsbehörde den Polizisten vor Ort «klägliches Versagen» vorgeworfen. Statt den Schützen in der Grundschule schnell zu stoppen, hätten sie wertvolle Zeit mit der Suche nach einem Schlüssel für das Klassenzimmer vergeudet, der gar nicht benötigt worden sei, sagte Steven McCraw.

Das lange Abwarten führte McCraw auf die «schrecklichen Entscheidungen» von Einsatzleiter Arredondo zurück. Dieser habe «entschieden, die Leben von Beamten vor das Leben von Kindern zu stellen».

Schule wird abgebrochen

Der Bürgermeister von Uvalde kündigte am Dienstag den Abriss der Grundschule an. «Man kann weder von einem Kind noch von einem Lehrer verlangen, in diese Schule zurückzukehren», sagte Don McLoughlin.

Bei dem Massaker in der Grundschule in Uvalde waren am 24. Mai 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet worden. Die Polizei steht massiv in der Kritik, weil die mehr als ein Dutzend Beamten vor Ort erst knapp eine Stunde und 20 Minuten nach dem Eindringen des Täters in die Schule einschritten.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

(AFP/chk)

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