Muttenz BL: Einsprachen gegen Gebetsraum in Restaurant
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Muttenz BLEinsprachen gegen Gebetsraum in Restaurant

Im Muttenzer Landhaus soll ein Gebetsraum eingerichtet werden. Nun wollen mehrere Kritiker die Nutzungsänderungen verhindern. Die Islamische Gemeinschaft nimmts jedoch gelassen.

von
jd
In der Liegenschaft soll ein Gebetshaus entstehen. Dagegen wurde nun Einsprachen erhoben.

In der Liegenschaft soll ein Gebetshaus entstehen. Dagegen wurde nun Einsprachen erhoben.

Das Ausflugsrestaurant Landhaus Römerburg oberhalb von Muttenz soll teilweise zum Gebetsraum umfunktioniert werden. Nach der Veröffentlichung der Pläne machte sich Unmut breit. Der Muttenzer Politiker Dominik Straumann (SVP) prangerte etwa die Lage an, die für eine Moschee ungeeignet sei.

Nun werden dem Projekt der Islamischen Gemeinschaft Bosniens, die das Lokal und das dazugehörige 4800 Quadratmeter grosse Grundstück im Sommer gekauft hat, Steine in den Weg gelegt. «Es gab mehrere Einsprachen gegen die Nutzungsänderung», bestätigte Dieter Leutwyler, Kommunkationsleiter der Bau- und Umweltschutzdirektion Baselland. Dadurch werde das Bewilligungsverfahren in die Länge gezogen. Wie viele Einsprachen eingegangen seien und wer sich gegen die Umnutzung ausgesprochen habe, werde nicht kommuniziert. Die Gemeinde Muttenz gehört jedenfalls nicht dazu. «Es handelt sich um einen privaten Immobilienkauf und eine ebenso private Nutzung. Wir sehen keinen Grund, uns dagegen auszusprechen», sagt Gemeinderat Thomi Jourdan vom Departement Hochbau und Planung.

15 Jahre für Gebetsraum gespart und gesammelt

Überrascht hätten ihn die Reaktionen überhaupt nicht, konstatiert Edin Kilim, Präsident der Islamischen Gemeinschaft Bosniens. «Jeder darf seine Meinung haben. Es gibt immer Leute, die negativ denken. Dafür haben auch viele eine positive Haltung», sagt er. Wie sich die Verzögerung auf das Bauvorhaben auswirke, wisse er nicht. «Darum kümmert sich ein Architekt.» Es handle sich um ein Herzensprojekt, für das mehr als 15 Jahre Geld gesammelt wurde. So seien die 1,7 Millionen Franken, die das Restaurant gekostet hat, über die Jahre durch Spendengelder und Mitgliederbeiträge zusammengekommen.

«Gemeinde hielt uns für vertrauensürdig»

«Wir handhaben die Finanzen transparent. Alles wurde geprüft und ist zu hundert Prozent legal», so Kilim. Schliesslich hätten sie vor dem Kauf mehrere Sitzungen mit der Gemeinde abgehalten und seien für vertrauenswürdig befunden worden. Kilim ist sich sicher: «Viele Leute haben nur wenige Informationen über uns Bosnier.» Aus diesem Grund käme es zu Misstrauen gegenüber dem Bau und Missverständnissen. «Die Leute sprechen immer von einer Moschee, dabei handelt es sich lediglich um einen Gebetsraum», erklärt er und fügt an: «Die Türen werden immer offen sein.»

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