Tram Region Bern: Einsprachenflut: Breitsch gegen Baupläne
Aktualisiert

Tram Region BernEinsprachenflut: Breitsch gegen Baupläne

Parkplätze statt Aussensitzplätze – die Breitenrain-Bewohner wehren sich gegen den Umbau der Moserstrasse.

von
Sonja Mühlemann
Bekämpft die Trottoir-Verkleinerung - Yves Robert von der Quartierkommission.

Bekämpft die Trottoir-Verkleinerung - Yves Robert von der Quartierkommission.

Dicke Post für das Berner Tiefbauamt: Innert einer Woche hagelt es 50 Einsprachen gegen die Umbaupläne für die Moserstrasse. Die Breitenrain-Bewohner fürchten, dass die Café-Sitzplätze und spielende Kinder auf den breiten Trottoirs bald Parkplätzen und Tramschienen weichen müssen. «Die geplante Verbreiterung der Strasse zerstört den ganzen Boulevard-Charakter der Moserstrasse», klagt Yves Robert von der Quartierkommission.

Weniger Lebensgefühl

Im Zuge des Projekts Tram Region Bern wolle die Stadt klammheimlich eine Sonderspur für Trams durchboxen. Weil diese Platz brauche, müssten die Parkplätze auf das Trottoir verschoben werden – es bleibe nur ein schmaler Durchgang, so Robert auf Radio Bern1. «Dann ist Tempo 30 sicher auch kein Thema mehr, dabei würde diese Zone zum flanieren einladen.»

Seinem Ärger Luft machen will auch Manfred Bohnenblust, der seine Brötchen seit 43 Jahren an der Moserstrasse bäckt. Die Parkplätze vor der Ladentüre kämen der Bäckerei gelegen, dennoch wehrt er sich dagegen: «Wir fordern einen Marschhalt und wollen bei der Planung mitreden.»

Stadt will Lösung für alle

Bei der Stadt versucht man zu beschwichtigen: «Es wird sicher auch Leute geben, die die Umnutzung begrüssen, es geht darum, einen Kompromiss zu finden», sagt Reto Zurbuchen vom Berner Tiefbauamt. Dafür setze man sich mit den Interessengruppen zusammen. Ziel ist es, bis im Herbst eine gangbare Lösung zu finden.

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