Aktualisiert 05.09.2006 16:44

Einsturzgefahr bei Madonnas Moskau-Konzert

Madonnas Vorbereitungen für ihr erstes Russlandkonzert stehen unter keinem guten Stern: Jetzt warnt auch ein russischer Stararchitekt, dass das Moskauer Olympiastadion während des Madonna-Gigs einstürzen könnte.

Eine Woche vor dem umstrittenen Auftritt der US-Popsängerin im Moskauer Olympiastadion hat der Star-Architekt Nodar Kantscheli, der durch den Einsturz zweier von ihm entworfener Gebäude mit Dutzenden Toten traurige Berühmtheit erlangte, Sicherheitsbedenken geäussert. Die extrem laute Beschallung könne die Statik des 1956 gebauten und später überdachten Stadions gefährden, sagte Kantscheli am Dienstag dem Radiosender «Echo Moskwy».

Vor Kantschelis Warnung hatten in Russland bereits orthodoxe Gläubige und Nationalisten gegen die ihrer Auffassung nach blasphemische «Confessions»-Tour (Bekenntnisse) protestiert. Anstoss wird vor allem an einer Szene genommen, bei der Madonna mit Dornenkrone eine Kreuzigung nachspielt.

Die Vorbereitungen für das Moskauer Madonna-Konzert waren in den vergangenen Tagen zudem von einer Entführungsdrohung aus angeblichen Mafiakreisen überschattet worden.

Aus Sicherheitsgründen hatte die Stadtverwaltung von Moskau Ende August das Konzert unter freiem Himmel vor der spektakulären Kulisse der Staatlichen Lomonossow-Universität verboten und es in das Olympiastadion im Sportpark Luschniki am 12. September verlegt.

Beim Einsturz von Kantschelis modernem Erlebnisbad Transvaal 2004 und einer Markthalle im vergangenen Februar waren in Moskau insgesamt 85 Menschen ums Leben gekommen. Zu Wochenbeginn hatten die Strafermittler ein letztes Verfahren gegen Kantscheli (68) eingestellt. (sda)

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