Aktualisiert 12.01.2011 12:04

CS-Prognose

Einwanderung steigert Umsätze

Der bedeutendste Wachstumstreiber des Detailhandels soll 2011 die Einwanderung sein. Dabei sorgen nicht nur die Neuzuwanderer für einen Umsatzschub.

Der Konsum soll auch 2011 zunehemen.

Der Konsum soll auch 2011 zunehemen.

Nach dem robusten Vorjahr sind auch im laufenden Jahr die Aussichten für den Schweizer Detailhandel verhalten positiv. Die Credit Suisse rechnet mit einem nominalen Umsatzwachstum von 1,5 Prozent. Dies ist eine leichte Abschwächung gegenüber dem Jahr 2010.

Der bedeutendste Wachstumstreiber des Detailhandels werde 2011 erneut die Einwanderung sein, schreibt die Credit Suisse in ihrem «Retail Outlook 2011», der am Mittwoch vor den Medien in Zürich veröffentlicht wurde. Dabei sorgten nicht nur die Neuzuwanderer für einen Umsatzschub.

Auch die in den Vorjahren eingewanderten Menschen dürften weiterhin zum Wachstum beitragen. Viele von ihnen stiegen nach einer Anfangsphase beruflich auf, erhielten ein höheres Salär oder leisteten sich beispielsweise Wohneigentum, was mit höheren Konsumausgaben einhergehe.

Lohnerhöhungen verpuffen

Dagegen kämen von der Kaufkraft 2011 keine positiven Impulse. Zwar dürfte die Lohnsumme schätzungsweise um 1,6 Prozent steigen. «Davon verbleiben aber nach Abzug der Inflation, der 2011 steigenden Beiträge für Arbeitslosenversicherung und Erwerbsersatz, der höheren Mehrwertsteuer und den weiterhin explodierenden Krankenkassenprämien nur noch Brosamen», hiess es.

Schneller erholt als erwartet

Mit ihren Prognosen für das vergangene Jahr hatten sich die CS-Ökonomen allerdings massiv verschätzt, wie deren Chef Martin Neff eingestand. Vor einem Jahr hatten sie einen Rückgang der Detailhandelsumsätze um 0,5 Prozent vorausgesagt.

Die Schweizer Wirtschaft habe sich von der Rezession schneller erholt als erwartet. Der Detailhandelsumsatz dürfte nominal 2010 um gut 2 Prozent gestiegen sein, sagte Neff am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Wichtige Indikatoren wie die Konsumentenstimmung oder die Arbeitslosigkeit hätten sich in einem Ausmass erholt, wie dies kaum jemand erwartet hätte. Zudem sei die Einwanderung auch im vergangenen Jahr ein Wachstumstreiber geblieben. Knapp 60'000 neue Einwohner hätten mit Konsumgütern, vom morgendlichen Gipfeli bis zum neuen Flachbild-TV, versorgt werden müssen.

Händler wussten es besser

Richtiger gelegen hatten damals die Branchenvertreter selber. Neun von zehn waren gemäss einer Umfrage des Beratungsunternehmens Fuhrer & Hotz für 2010 von einem Umsatzwachstum ausgegangen. Fast ein Drittel der Detailhändler hatte vor einem Jahr gar mit einem Umsatzplus von über 4 Prozent gerechnet.

Nun haben zwei Drittel der Detailhändler oder Zulieferer ihre Umsatzziele erreicht oder gar übertroffen. Beim Gewinn lagen sogar drei Viertel im oder über dem damaligen Budget, wie aus der erneuten Umfrage bei 206 Entscheidungsträgern der Branche hervorgeht, die gleichentags veröffentlicht wurde.

Verschärfter Wettbewerb

Die Unternehmen hätten die Gewinnziele wegen enormen Effizienzsteigerungsprogrammen übertroffen, sagte Martin Hotz. Denn aufgrund der Gewitterwolken der Wirtschaftskrise hätten sie bei den Kosten rigide geplant.

Auch für das laufende Jahr zeigen sich die Branchenvertreter optimistisch: 91 Prozent rechnen mit gleich viel oder mehr Umsatz als 2010. 86 Prozent erwarten gleich viel oder mehr Gewinn.

Vor allem die Lebensmittelhändler und -hersteller zeigen sich beim Gewinn weniger zuversichtlich als beim Umsatz. Der Wettbewerb dürfte sich weiter verschärfen. Entsprechend werde der Druck auf die Preise anhalten, urteilt Fuhrer & Hotz.

(sda)

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