Lonza - Einwanderungs-Regel bremst Produktion von Impfstoff
Publiziert

LonzaEinwanderungs-Regel bremst Produktion von Impfstoff

Dem Chemie- und Pharmaunternehmen Lonza im Wallis fehlt das Personal, um den Moderna-Impfstoff zu produzieren. Der Grund ist bekannt. Der Ruf nach Ausnahmeregelungen wird lauter.

von
Yasmin Rosner
1 / 1
Lonza produziert im Wallis den Moderna-Impfstoff. (Symbolbild)

Lonza produziert im Wallis den Moderna-Impfstoff. (Symbolbild)

AFP

Darum gehts

  • Lonza hinkt mit der Produktion des Moderna-Impfstoffes hinterher.

  • Das Problem liegt beim Personalmangel und insbesondere bei potenziellen Angestellten aus Drittstaaten.

  • Diese Zahl von Personen aus Drittstaaten ist gedeckelt.

  • Ein FDP-Politiker fordert Ausnahmeregelungen.

Bei der Impfstoffherstellung von Lonza in Visp harzt es. Am Freitag bestätigte Moderna-Chef Stéphane Bancel an einer Medienkonferenz, dass es Probleme bei der Produktion gebe. Personalmangel sei der Grund dafür, dass weniger Moderna-Impfstoff geliefert werden könne, als angekündigt. Dass Lonza Schwierigkeiten mit der Rekrutierung hat, war schon vor der Pandemie bekannt. Bereits 2018 sagte der damalige Standortleiter von Lonza im Wallis, dass aufgrund von Pensionierungen und dem Ausbau der Biotech-Sparte über 1000 Stellen in Visp neu besetzt werden müssen. «Für uns ist es wichtig, dass wir Leute aus Europa und der ganzen Welt anstellen können», sagte Jörg Solèr. Doch genau hier liegt das Problem, wie nun Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen: Die Zahl der Arbeitskräfte, die aus Drittstaaten in die Schweiz kommen dürfen, ist gedeckelt.

Zuletzt legte der Bundesrat die Zahl dieser Arbeitsbewilligungen auf schweizweit maximal 8500 fest. Nur 4500 davon sind langfristige Aufenthaltsbewilligungen, 4000 sind sogenannte Kurzaufenthaltsbewilligungen. Um die grosse Nachfrage nach Spezialisten zu decken, reichte Lonza 2020 bei den Walliser Behörden mehrere Gesuche für die Anstellung von Fachspezialisten aus Drittstaaten ein. Nur 17 wurden gemäss der zuständigen Behörde bewilligt.

Für FDP-Vizepräsident Philippe Nantermod liege das grösste Problem bei den Kontingenten für Personen aus Drittstaaten. 42 B-Aufenthaltsbewilligungen plus 67 Kurzaufenthaltsbewilligungen stehen dem Kanton Wallis zur Verfügung – es gibt jedoch auch andere Firmen, die Personen aus Drittstaaten suchen, und nicht nur Lonza. Nantermod stellt sich daher etwa Ausnahmeregelungen vor. «Für Unternehmen wie Lonza muss es möglich sein, unkompliziert Fachkräfte zu rekrutieren – und zwar weltweit.»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung