Ab Oktober: Einzahlungsscheine bald ungültig – Post besorgt wegen Frust am Schalter

Aktualisiert

Ab OktoberEinzahlungsscheine bald ungültig – Post besorgt wegen Frust am Schalter

Wer Rechnungen mit roten oder orangen Einzahlungsscheinen begleicht, hat dafür noch bis Ende September Zeit. Viele Firmen verschicken aber weiter die bald ungültigen Formulare.

von
Fabian Pöschl
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Rote und orange Einzahlungsscheine sind nach zweijähriger Übergangsfrist nur noch bis 30. September gültig, …

Rote und orange Einzahlungsscheine sind nach zweijähriger Übergangsfrist nur noch bis 30. September gültig, …

20min/Raphael Knecht
… danach gilt die QR-Rechnung.

… danach gilt die QR-Rechnung.

SIX
Bisher verschicken aber immer noch etwa 30 Prozent der Firmen diese bald ungültigen Formulare.

Bisher verschicken aber immer noch etwa 30 Prozent der Firmen diese bald ungültigen Formulare.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

Einzahlungsscheine gibts in der Schweiz seit über 100 Jahren, doch ab Oktober ist Schluss damit. Sieben verschiedene Einzahlungsscheine sind dann nicht mehr gültig bei Post und Banken. Stattdessen gelten nach zweijähriger Übergangsfrist nur noch QR-Rechnungen und die E-Bill, wie die Börsenbetreiberin SIX mitteilt. Sie entwickelte die QR-Rechnung.

Für Konsumentinnen und Konsumenten ändere sich nicht viel, sagt Patrick Graf, Verwaltungsratspräsident von SIX Interbank Clearing. Die Rechnung sieht anders aus, die Einzahlung funktioniere aber wie bisher. Nur bei Daueraufträgen müssten sie aktiv werden und sich bei ihrer Bank melden oder diese im E-Banking anpassen. «Sonst werden die Daueraufträge nicht mehr ausgeführt und es kommt zu Mahnungen», so Graf.

Zeit wird knapp

Rechnungssteller wie Krankenkassen, Telekomfirmen und andere sollten laut Graf jetzt aber keine alten Einzahlungsscheine mehr verschicken. Sonst werde die Zeit für die Kundinnen und Kunden knapp angesichts von üblicherweise 30-tägigen Zahlungsfristen bei Rechnungen.

In der ersten Augustwoche sei der Anteil der QR-Rechnungen an allen abgewickelten Rechnungen in der Schweiz bei über 70 Prozent gelegen. «Der Anteil wird noch deutlich steigen, weil wir wissen, dass einige grössere Rechnungssteller gerade umstellen», so Graf.

Er räumt aber auch ein, dass einige Unternehmen wohl nicht rechtzeitig umstellen können, weil sie möglicherweise zu spät damit beginnen. Umso wichtiger sei es, dass sie dies nun raschmöglichst tun. «Wenn man einen alten Einzahlungsschein erhält, sollte man sich bei diesem Unternehmen melden und eine QR-Rechnung verlangen» (siehe Interview unten).

Was hältst du von der Umstellung?

Auch bei der Post kommt noch über ein Viertel der Kundschaft mit alten Einzahlungsscheinen an den Schalter, wie Sprecherin Léa Wertheimer auf Anfrage sagt. Am 9. August waren von fast 200’000 Einzahlungen rund 53’000 mit alten Formularen.

Ab Oktober müsse die Post diese Kundinnen und Kunden unverrichteter Dinge nach Hause schicken, weil sie die Einzahlungen mit den alten Scheinen nicht mehr durchführen könne. Die Post mache sich deshalb etwas Sorgen und hoffe, dass alles reibungslos verläuft.

Die Post-Angestellten versuchten mit viel Herzblut, einen guten Service zu bieten. «Deshalb ist es für sie nicht befriedigend, wenn sie den Kundinnen und Kunden nicht weiterhelfen können», so Wertheimer. Sie hoffe auf Verständnis und möglichst wenig Frust auf beiden Seiten der Schalter.

«Die Einzahlung per QR-Rechnung ist deutlich angenehmer»

Mehrere kantonale Gewerbeverbände nennen auch Quoten um die 30 Prozent mit alten Einzahlungsscheinen. Bei Daueraufträgen ist der Anteil aber noch höher. Laut Nathalie Hertig, Sprecherin der Bank Valiant, läuft trotz diverser Kommunikationsmassnahmen etwa noch die Hälfte der Daueraufträge der Bank auf Einzahlungsscheinen. Ähnliche Erfahrungen macht die Berner Kantonalbank, wie Sprecher Florian Kurz sagt.

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