Liborskandal: Einzelne Händler schuld an Zinsskandal
Aktualisiert

LiborskandalEinzelne Händler schuld an Zinsskandal

Bei der Manipulation des Libors durch deutsche Banken handelt es sich nicht um systematische Kriminalität, sondern um die Taten einzelner Händler.

Im April hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfahren, dass die Aufsicht die Prüfung bei der Deutschen Bank noch einmal intensivieren werde.

Im April hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfahren, dass die Aufsicht die Prüfung bei der Deutschen Bank noch einmal intensivieren werde.

Bei deutschen Banken sind wohl nur einzelne Händler an der Manipulation wichtiger Referenzzinssätze beteiligt gewesen. «Bislang sieht es in Deutschland nicht so aus, als hätten wir es mit systematischer Kriminalität zu tun», sagte Elke König, die Chefin der deutschen Finanzaufsicht BaFin, am Dienstag in Bonn.

«Es scheint eher um einzelne Händler zu gehen», erklärte König. Zudem hätten Schwächen in den Organisationen die Manipulation möglich gemacht. Die BaFin habe die Banken deshalb bereits 2012 veranlasst, für organisatorische Mindeststandards zu sorgen.

Endgültige Ergebnisse fehlen noch

Die BaFin hat im vergangenen Jahr mehrere Sonderprüfungen bei Banken eingeleitet, die an der Erhebung der Referenzzinssätze Euribor und Libor beteiligt sind, unter anderem bei der Deutschen Bank. Die BaFin untersucht dabei unter anderem, wer wann und wie viel von den mutmasslichen Manipulationen wusste. Die endgültigen Ergebnisse der Sonderprüfungen lägen noch nicht vor, sagte König.

Im April hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen erfahren, dass die Aufsicht die Prüfung bei der Deutschen Bank noch einmal intensivieren werde. Sie habe Zweifel an der internen Untersuchung des Instituts, die unter anderem Co-Chef Anshu Jain und den restlichen Vorstand entlastet hat. (sda)

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