Einbruch in «Magic»-Laden: «Einzelne Karten sind 500 Franken wert»
Aktualisiert

Einbruch in «Magic»-Laden«Einzelne Karten sind 500 Franken wert»

Karten des Spiels «Magic the Gathering» sind beliebte Sammlerstücke – das wissen auch die Diebe, die am Sonntag einen Händler ausraubten.

von
ced

Magickarten.ch ist der grösste Schweizer Onlinehändler von Fantasy-Spielkarten und organisiert wöchentlich Spieltreffs im eigenen Lokal Kaufparadies Stocker in Dielsdorf. In denselben Räumen befindet sich auch das Lager – darunter geordnete Einzelkarten des Spiels «Magic - The Gathering», das bereits seit 22 Jahren existiert. Auf ebendieses Lager hatten es am frühen Sonntagmorgen unbekannte Täter abgesehen. Sie drangen ins Gebäude ein und entwendeten tausende Karten.

Die Deliktsumme: mehrere 10'000 Franken. Das mag nach viel tönen, handelt es sich doch bloss um bedruckten Karton. Doch Inhaberin Regula Stocker erklärt: «Das waren Sammlerstücke. Einzelne der gestohlenen Karten hatten einen Wert von 500 Franken.»

Sind die Täter selber «Magic»-Spieler?

Der definitive Schaden sei noch nicht bekannt, sagt die Inhaberin. Sie überprüft momentan das Inventar – Dutzende Plastikboxen, angeschrieben mit entsprechenden Editionen aus den verschiedenen Jahrgängen. Klar ist: Die Diebe wussten, wonach sie suchten. «Die ältesten Karten sind oft auch die wertvollsten. Genau diese sind jetzt weg», so Stocker.

Sie glaubt deshalb, dass sich die Täter mit dem Spiel auskannten, höchst wahrscheinlich selber «Magic» spielen. Ob sie bereits einmal an einem Turnier im Kaufparadies teilgenommen haben, ist unklar – die Kantonspolizei Zürich ermittelt. Stocker: «Das ist schwierig zu sagen, wöchentlich kommen bei uns 20 bis 50 Leute vorbei – und es werden immer mehr.»

Vom Boom profitieren

Tatsächlich nehme das Interesse am Spiel stetig zu. Stocker spricht sogar von einem Boom: «Ich handle seit neun Jahren mit ‹Magic›-Karten, seither wächst die Turnierszene ständig.» Der Hersteller bringe einmal im Quartal eine neue Edition auf den Markt. Erfahrene Spieler würden sich aber vor allem bei spezialisierten Händlern mit Karten eindecken.

Stocker vermutet, dass auch dieser Umstand den Tätern bewusst war: «Die wittern jetzt das grosse Geld.» Die Polizei erhofft sich deshalb Hinweise von Personen, denen auf verdächtigem Weg solche Spielkarten zum Kauf angeboten werden.

Black Lotus blieb verschont

Auf dem Onlineportal Magickarten.ch werden nun kontinuierlich jene Artikel gelöscht, die definitiv abhandengekommen sind. «Zum Teil waren die Karten so selten, dass wir nicht wissen, ob wir jemals wieder an ein Exemplar herankommen», sagt Stocker.

Ein Trost bleibt jedoch: Die wertvollste Karte blieb verschont, weil sie sich in einem Bankschliessfach befand. Die Black Lotus lässt jedes Sammler-Herz höherschlagen und hat einen Wert im fünfstelligen Bereich – an Auktionen sind schon an die 30'000 Franken geboten worden.

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