Aktualisiert 20.06.2008 16:33

ArchäologieEis-Krieger starb an Knochenkrankheit

Die in der Mongolei entdeckte, rund 2300 Jahre alte Eismumie gehört offenbar zu einem Reiterkrieger, der schon Jahre vor seinem Tod keine schwere Arbeit mehr verrichtet hat.

Die Untersuchungen an der Mumie hätten ergeben, dass der skythische Krieger vermutlich an einem «unklaren knochenfressenden Prozess» gestorben sei, teilte Prof. Michael Schultz, Paläopathologe der Universität Göttingen, am Freitag mit. Näheres stehe erst zum Abschluss der Untersuchungen Ende des Jahres fest.

Der Mann sei 50 bis 60 Jahre alt geworden, 1,67 Meter gross gewesen und habe der «gehobenen Mittelschicht» angehört, sagte Schultz. Das Gebiss zeige, dass der Krieger sich vor allem von Fleisch ernährt habe. «Seine Zähne waren nur sehr wenig abgenutzt», erklärte der Paläopathologe. «Das ist das typisch für einen Nomaden.»

Anders als zunächst angenommen war der Skythe nicht blond, sondern hatte dunkelbraunes Haar. Das an der Mumie erhaltene Haar sei erst nach dem Tod ausgeblichen, sagte Schultz.

Dies hänge eventuell mit der Mumifizierung zusammen. Der Stamm des Kriegers hatte den Verstorbenen offenbar mit Quecksilber übergossen, um seine Leiche vor dem Verfall zu schützen.

Der Oberkörper der Mumie ist nur sehr schlecht erhalten. Die Wissenschaftler konnten daher nur wenige Rippen und Wirbel untersuchen. Die Eingeweide waren gar nicht mehr vorhanden. Es sei möglich, dass diese vor der Bestattung entfernt wurden, erklärte Schultz.

Arthrose und Brüche

Sowohl an der Wirbelsäule als auch an Hand- und Hüftgelenken habe der Reiterkrieger starke Arthrose gehabt, sagte Schultz. Zudem sei er von einer chronischen Kieferhöhlen- und Stirnhöhlenentzündung geplagt worden. Im Laufe seines Lebens habe sich der Mann ausserdem bei einem Sturz den Unterarm gebrochen und sich eine Mittelohrentzündung zugezogen. (sda)

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