Profit ohne Rücksicht auf Tiere: Eisbärenhotel eröffnet in China – Tierschützer rufen zum Boykott auf
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Profit ohne Rücksicht auf TiereEisbärenhotel eröffnet in China – Tierschützer rufen zum Boykott auf

In der nordchinesischen Stadt Harbin wurde ein neues Hotel eröffnet, das den Gästen erlaubt, rund um die Uhr auf Eisbären herab zu blicken. Tierschutzorganisationen reagieren empört auf das Projekt.

von
Karin Leuthold
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Am 12. März 2021 eröffnete in der Stadt Harbin in China das erste Eisbärenhotel der Welt.

Am 12. März 2021 eröffnete in der Stadt Harbin in China das erste Eisbärenhotel der Welt.

AFP
Das Hotelgebäude wurde um ein Eisbärengehege herum gebaut, um den Gästen permanenten Blick auf die Tiere zu ermöglichen.

Das Hotelgebäude wurde um ein Eisbärengehege herum gebaut, um den Gästen permanenten Blick auf die Tiere zu ermöglichen.

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Aus den 33 Zimmern gibt es permanenten Blick auf das Gehege.

Aus den 33 Zimmern gibt es permanenten Blick auf das Gehege.

AFP

Darum gehts

  • Im Nordosten Chinas wurde am Freitag ein neues Hotel eröffnet, das um ein Eisbärengehege herum gebaut wurde.

  • Tierschutzorganisationen sind empört und rufen zum Boykott auf.

  • Ein Tierschützer aus China erklärt, dass «Lücken im chinesischen Tierschutzgesetz» es den Unternehmern ermöglichen, Tiere ohne Rücksicht auf ihr Wohlergehen auszubeuten.

Tierschutzorganisationen reagieren mit Empörung auf die Eröffnung eines neuen Hotels in der nordchinesischen Stadt Harbin: Das Hotelgebäude wurde um ein Eisbärengehege herum gebaut, um den Gästen permanenten Blick auf die Tiere zu ermöglichen.

Der intensiv beleuchtete Käfig besteht aus künstlichen Steinen und Eiszapfen und einem weiss gestrichenen Boden. Das Harbin Polar Land ist so gebaut, dass alle 33 Fensterzimmer auf das Gehege zeigen. Den Besuchern verspricht die Hotelleitung auf der Website: «Aus jedem Raum können Sie den Eisbären durch ein Panzerglas zusehen und nachts mit ihnen «zusammen schlafen».»

Das Projekt kostete 100 Millionen Yuan, umgerechnet knapp 15 Millionen Franken. «Das erste Eisbärenhotel der Welt», wie die Betreiber stolz verkünden, wurde gemeinsam von der berühmten russischen Designerin Kozylenko Natalia Yefremovna und der berühmten japanischen Designerin des Themenparks Shuji Miyajima entworfen.

Projekt entstand wegen Lücken im chinesischen Tierschutzgesetz

Tierschützer fordern nun die Kunden auf, das Hotel zu boykottieren. «Bleiben Sie diesem Hotel fern, das vom Elend der Tiere profitiert», heisst es auf Social Media. «Eisbären gehören in die Arktis, nicht in Zoos oder Glaskästen in Aquarien und schon gar nicht in Hotels», schreibt Jason Baker, Vizepräsident von Peta Asia, auf Twitter. «Ein Panorama-Gefängnis für Eisbären? Haben wir nichts über Tierquälerei gelernt?», kommentierte ein Nutzer.

«Lücken im chinesischen Tierschutzgesetz ermöglichen es Unternehmen, Tiere ohne Rücksicht auf ihr Wohlergehen auszubeuten», erklärt ein Sprecher des China Animal Protection Network gegenüber AFP.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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