Klimaerwärmung: Eisbärin muss neun Tage lang schwimmen
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KlimaerwärmungEisbärin muss neun Tage lang schwimmen

Auf ihrer Suche nach Nahrung und einer Eisscholle musste eine Eisbärin neun Tage lang ohne Unterbruch schwimmen. Dabei verlor sie viel Gewicht - und ihr Baby. Forscher sind alarmiert.

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Die Eisbärendame ist mit einem Chip ausgestattet, dank dem die Forscher ihren Neun-Tage-Schwumm aufzeichnen konnten. Auf ihrer Suche nach Nahrung und einer begeh- oder bewohnbaren Eisscholle hat sie laut dem «Telegraph» rund 675 Kilometer schwimmend zurückgelegt. Ohne auch nur einmal festen Boden unter die Füsse zu bekommen.

Das Baby überlebte nicht

Die dauerschwimmende Eisbärin legte die Distanz im eisigen Wasser der Beaufortsee, einem Teil des Nordpolarmeeres, zurück. Die Strapazen nicht überlebt hat das einjährige Baby der Bärin. Auch die Mutter wurde arg mitgenommen, sie verlor rund ein Fünftel ihres Körpergewichtes.

Die US-Wissenschaftler haben die Auswertungen der langen Reise der Bärin in «Polar Biology» publiziert. Sie zeigten sich besorgt darüber, dass Eisbären immer längere Strecken zurücklegen müssen, um Nahrung zu finden. Die Schuld daran geben sie der Klimaerwärmung, also dem Menschen.

In ihrer Studie steht, dass man meinen könnte, dass die Bären dank ihrer Fähigkeit, extrem lange Strecken zu schwimmen, auch mit weniger Eis in der Arktis zurechtkommen könnten. «Unsere Beobachtungen aber zeigen, dass solch extrem lange Reisen zu grossem Energieverlust führen.» Und diesem, so die Forscher, könnte auch die Reproduktionsfähigkeit der Tiere zum Opfer fallen.

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