Aktualisiert 13.11.2007 12:35

Eisenbahner wollen Frankreich lahmlegen

Frankreich steht vor seiner grössten Streikwelle seit Jahren. Heute Abend 20.00 Uhr wollen Mitarbeiter von Bahn und den Pariser Nahverkehrsbetrieben das Land lahm legen, um gegen die geplante Abschaffung ihrer Rentenprivilegien zu kämpfen.

Laut der Bahngesellschaft SNCF wird am Mittwoch nur einer von acht TGVs das Depot verlassen, in der Hauptstadt fährt nur jede zehnte Metro. Zahlreiche Gewerkschaften wollen den Streik bis zur kommenden Woche fortsetzen.

Arbeitsminister Xavier Bertrand rechtfertigte am Dienstag abermals die geplanten Einschnitte, von denen rund 1,6 Millionen Menschen betroffen sind: «Im Namen der sozialen Gerechtigkeit ist die Reform unumgänglich», sagte er dem Sender France 2. Andernfalls könne nicht garantiert werden, dass die Pensionen in zehn oder 15 Jahren noch gezahlt werden könnten.

Die Angestellten zahlreicher Staatsunternehmen von der Bahn bis zu Gas- und Stromversorgern müssen bislang 37,5 Jahre in die Sozialversicherungskasse einzahlen und können zum Teil bis zu zehn Jahre früher als in der Privatwirtschaft in den Ruhestand gehen. Die Regierung von Staatspräsident Nicolas Sarkozy will die Dauer der Beitragszahlungen auf 40 Jahre wie im Öffentlichen Dienst anheben.

Der Eisenbahnerstreik ist erst der Auftakt einer Serie von Aktionen gegen die Reformpolitik Sarkozys. Am 20. November legen die Mitarbeiter von Verwaltung, Schulen und Krankenhäusern ihre Arbeit nieder, um gegen geplante Gehaltskürzungen und Stellenabbau zu protestieren. Am 29. November folgen die Justizbeamten, weil die Regierung zahlreiche Gerichte in der Provinz schliessen will. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.