Aktualisiert 24.02.2014 14:22

Was passiert mit Stadien?

Eishockey-Arena von Sotschi soll umziehen

Die Olympischen Spiele in Sotschi sind vorbei, die neu errichteten Sportstätten sollen in Zukunft weiter verwendet werden. Ob das auch klappt, steht in den Sternen.

von
hua

Die Russen haben in Sotschi nicht gespart. Für die Olympischen Spiele wurden neue Sportstätten aus dem Boden gestampft. Die Ausgaben für die Winterspiele werden auf 50 Milliarden Dollar geschätzt. Doch was geschieht nun mit den Stadien? Werden alle auch in Zukunft benutzt, wie es von offizieller Seite her heisst?

Sergej Belikow, Manager des Rosa-Chutor-Skigebiets, ist gezwungenermassen überzeugt davon, dass Sotschi nicht in der Versenkung verschwinden wird, sondern dass die Skigebiete auch weiterhin besucht werden. «Das hier wird ein Wintersport-Zentrum bleiben», sagt Belikow. Doch an dieser Aussage bestehen erhebliche Zweifel. «Man muss das Erbe von Sotschi sichern», meint IOC-Präsident Thomas Bach gegenüber «N-TV». Doch dieses Unterfangen wird schwierig zu realisieren sein.

Formel 1 und Fussball werden folgen

Ein Event ist Sotschi jedoch bereits zugesichert: Im Herbst dröhnen die Formel-1-Boliden erstmals in Russland. Die Strecke soll um den Olympiapark herumführen. Der Grosse Preis von Russland ist am 12. Oktober 2014 geplant. Der Bau des Renn-Circuits soll 160 bis 200 Millionen Dollar kosten. Doch damit nicht genug. 2018 wird die Fussballweltmeisterschaft in Russland stattfinden. Auch dann sollen in Sotschi Spiele durchgeführt werden. Einen eigenen Verein besitzt die Stadt Sotschi aber noch nicht. So wird es schwierig sein, das Olympiastadion mit 40'000 Plätzen regelmässig zu füllen.

Doch was passiert mit den anderen Sportstätten? Es existiert beispielsweise ein Plan, dass die Schaiba-Arena umziehen soll. Die Halle, in der an den Winterspielen Eishockeyspiele stattfanden, könnte in Krasnodar oder Nischni Nowgorod eine neue Heimat finden. Doch ob dieses erneute Grossprojekt wirklich Realität wird, wird sich erst noch zeigen müssen.

Sprungschanzen werden wohl verrosten

Dass die Sprungschanzen weiter genutzt werden, ist doch eher unwahrscheinlich. Dieses Phänomen wäre aber keine Ausnahme. Auch nach Vancouver (2010) oder nach Turin (2006) wurden die Schanzen stillgelegt. In Sotschi kommt noch hinzu, dass das Gelände, wo die Schanzen stehen, einen Mackel hat. «Ich sage immer scherzhaft: Die Schanzen werden in zehn Jahren nicht mehr oben am Berg stehen, sondern unten am Meer», sagt FIS-Präsident Gian Franco Kasper. Grund dafür ist, dass der Boden immer weiter abrutscht.

Auch in Brasilien, wo im Sommer die Fussball-WM stattfindet, wird diskutiert, was mit den Stadien passiert, wenn das Turnier vorbei ist. In Manaus will man das Stadion beispielsweise als Gefängnis nutzen. Mit einer Sprungschanze wird das eher ein schwieriges Unterfangen werden.

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