KHL hat genug: Eishockey-Rüpel bis Ende Saison gesperrt
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KHL hat genugEishockey-Rüpel bis Ende Saison gesperrt

Die russische KHL hat den Kanadier Jeremy Yablonski für den Rest des Winters gesperrt. Er war mehr als Faustkämpfer denn als Eishockeyspieler aufgefallen.

Für Jeremy Yablonski ist das Abenteuer in der Kontinental Hockey League nicht aus Verletzungsgründen vorzeitig zu Ende. Weil der Nordamerikaner wiederholt als Faustkämpfer Schlagzeilen gemacht hat, zog ihn die Liga für den Rest der Saison aus dem Verkehr.

Witjas Tschechow hat in Russland den zweifelhaften Ruf, das sprichwörtlich schlagfertigste Team der Liga zu sein. Mit 867 Strafminuten in 28 Partien ist die Mannschaft aus der Oblast Moskau zumindest in einer Statistik die Nummer 1 der KHL. Sportlich läuft es alles andere als rund. Witjas ist nach der Hälfte der Regular Season das schlechteste Team der Western Conference und das zweitschwächste der insgesamt 23 KHL-Equipen.

Faustkämpfer auf Schlittschuhen

Passend dazu sind die Werte des einstigen Boxmeisters und Mixed-Martial-Arts-Kämpfers Yablonski. Der 31-jährige und 107 kg schwere Flügelstürmer aus Kanada ist seit dem Wechsel aus der American Hockey League erst acht Mal für Witjas aufgelaufen, Skorerpunkte sucht man in seiner Bilanz vergeblich. Dafür ist er hinter seinem ebenso gefürchteten Teamkollegen Christopher Brennan (158 Strafminuten) mit 113 Minuten in der «Kühlbox» der am zweitmeisten bestrafte Spieler der Liga. Zehn Mal fehlte Yablonski, weil ihn die Liga-Direktion für Schlägereien sperrte.

Ellenlanges Sündenregister

Nun zog die KHL nach einem weiteren Ausraster des renitenten «Enforcers» die Reissleine. Sie baute die Länge der Suspendierung, die ursprünglich acht Partien umfasst hätte, bis Ende Saison aus. Yablonski hatte am letzten Samstag beim 1:5 gegen Traktor Tscheljabinsk einem Gegenspieler weniger als eine Minute vor Schluss völlig abseits des Spielgeschehens einen Faustschlag verpasst, wenig später folgte ihm auch Brennan nach einer Prügelei und einer Matchstrafe vorzeitig unter die Dusche. Die Sperre gegen seinen Teamkollegen und Landsmann wurde von der KHL von zwölf auf 15 Partien erhöht. Auch Brennan ist laut der KHL ein Wiederholungstäter.

Die Karriere Yablonskis in der NHL hatte genau... ein Spiel gedauert. Am 30. Dezember 2003 bestritt er im Dress der St.Louis Blues auswärts gegen die Philadelphia Flyers seine einzige Partie - und kassierte für den Fight mit Todd Fedoruk fünf Strafminuten. Yablonskis Rekord geht auf die Saison 2001/02 zurück, als er es für die Idaho Steelheads in der drittklassigen nordamerikanischen Profiliga West Coast Hockey League auf sagenhafte 303 Strafminuten brachte.

Vom Trainer mehr als bloss geduldet

Gegen Witjas-Coach Andrej Nasarow, der im Verlauf der Saison mit einer Aktion gegen Zuschauer in Minsk (versuchte Schläge mit einem Spielerstock über das Plexiglas hinweg) für Negativschlagzeilen gesorgt hatte, sprach die KHL laut Direktor Alexander Medwedew die «höchste Busse der Geschichte aus». Dies, weil er seine Spieler - einmal mehr - nicht daran hinderte, sich an Faustkämpfen auf dem Eis zu beteiligen. (si)

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