Aktualisiert 19.03.2020 13:35

Aktion mit Herz

Eishockeyspieler kaufen jetzt für Senioren ein

Drei Gottéron-Akteure bieten einen Hauslieferdienst an. Killian Mottet sagt: «Wenn uns die Leute brauchen, werden wir da sein.»

von
nih
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Nathan Marchon, Adrien Lauper und Killian Mottet bieten seit Dienstag einen Heimlieferservice für ältere Personen im Grossraum Freiburg an.

Nathan Marchon, Adrien Lauper und Killian Mottet bieten seit Dienstag einen Heimlieferservice für ältere Personen im Grossraum Freiburg an.

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Erreichbar sind sie auf dieser Nummer. Sie hoffen, dass Junge ältere Personen auf das Angebot aufmerksam machen.

Erreichbar sind sie auf dieser Nummer. Sie hoffen, dass Junge ältere Personen auf das Angebot aufmerksam machen.

kein Anbieter/Instagram
Die Bedingungen für den Heimlieferservice haben die drei Eishockey-Spieler klar definiert ...

Die Bedingungen für den Heimlieferservice haben die drei Eishockey-Spieler klar definiert ...

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Eigentlich wäre jetzt die heisse Zeit im Schweizer Eishockey. Eigentlich. Schliesslich wäre jetzt das Playoff in vollem Gange. Wer wird Meister? Wer steigt ab? Und schafft Kloten die Rückkehr in die NLA? Doch nichts da. Aufgrund des Coronavirus wurde die National League abgebrochen. Es gibt keinen Meister, keinen Absteiger, und Kloten bleibt in der zweithöchsten Liga.

Und die Spieler sollten wie alle anderen Schweizerinnen und Schweizer die Zeit daheim verbringen. Drei Profis von Fribourg-Gottéron wollen aber nicht tatenlos zu Hause herumsitzen und haben sich daher während der Zwangsarbeitslosigkeit etwas einfallen lassen. Killian Mottet, Adrien Lauper und Nathan Marchon bieten einen Heimlieferservice für ältere Personen im Grossraum Freiburg an.

Es gibt klare Regeln

«Die Idee stammt von Adrien und seiner Frau», sagt Killian Mottet. Im Tessin gebe es solche Angebote bereits. Da Adriens Frau von dort stammt, hätten sie beschlossen, es auch in Freiburg anzubieten. Die Bedingungen für den Heimlieferservice haben die drei Eishockeyspieler klar definiert. Mindestens 65 Jahre alt müssen die Kunden sein, sie müssen bar bezahlen und dürfen ausschliesslich lebensnotwendige oder andere dringende Produkte bestellen. Mottet, Lauper und Marchon kaufen dann die Waren ein und stellen sie vor die Haustür.

Bisher haben sieben Personen das Angebot in Anspruch genommen. Mottet hofft, dass noch viele weitere folgen werden und dass Junge das Angebot älteren Personen weiterleiten. Der 29-Jährige sagt: «Wir haben noch Kapazität, falls Leute interessiert sind.» Besonders in Erinnerung geblieben ist Mottet die bisher letzte Kundin, wie er sagt. «Es war eine 87-jährige Dame, die sich nicht mehr traute hinauszugehen.»

«Solange uns die Menschen anrufen, machen wir weiter»

Das Angebot von Mottet, Lauper und Marchon ist keine PR-Aktion des Vereins. Es entstand aus Eigeninitiative der drei Spieler, die während ihrer Einsätze stets Masken und Handschuhe tragen. Wie lange sie es noch anbieten, wissen sie nicht. Mottet sagt: «Wir haben kein Datum ausgemacht. Wir sagen uns, dass wir, solange die Leute uns anrufen, weitermachen werden.» Und: «Wenn uns die Leute brauchen, werden wir da sein.»

Eine ähnliche Hilfsmassnahme starteten in Genf Servette-Spieler Arnaud Jacquemet und dessen Frau Veronika: Sie greifen alleinerziehenden Eltern unter die Arme, indem sie tagsüber deren Kinder hüten. Auf Facebook schrieb Jacquemet:«Wir bieten an, uns in den nächsten zwei bis drei Wochen kostenlos um ein oder zwei kleine Kinder im Grundschulalter oder jünger zu kümmern, um ihre Eltern zu entlasten. Wir sprechen Französisch, Deutsch und Englisch, sind 31 und 32 Jahre alt und haben einen 10 Monate alten Sohn.»

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

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