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Berner OberlandEislawine und starke Flutwelle drohen

Ein riesiger Teil des Giesengletschers an der Jungfrau kann jederzeit abbrechen. Kommt es zu einem Stausee, droht dem Lauterbrunnental eine starke Flutwelle.

von
Andy D. Veraguth
An der Jungfrau könnte ein riesiger Teil des Giesengletschers (roter Pfeil) abbrechen. (Foto: Keystone)

An der Jungfrau könnte ein riesiger Teil des Giesengletschers (roter Pfeil) abbrechen. (Foto: Keystone)

An der sehr steilen Nordflanke der Jungfrau entdeckten Ein­heimische beim Giesengletscher auf 2800 Meter über Meer eine gigantische Spalte. Die ganze Gletscherzunge ist dort ins Rutschen geraten und könnte in Richtung Trimmleten/Sandbach, dem Tal zwischen Wengeneralp und Jungfrau, ­hinunterdonnern, wie der «SonntagsBlick» berichtet.

Professor Wilfried Haeberli, Glaziologe an der Uni Zürich, spricht von mehreren Millionen Kubikmeter Eis, die unterwegs seien. Laut Haeberli stellen sich beim Giesengletscher zwei entscheidende Fragen: «Kommt tatsächlich eine grosse Eisla­wine?» und «Bildet sich ein Eistrümmerdamm, der den Fluss zu einem See aufstaut?». Da die herunterstürzenden Eismassen unbewohntes Gebiet treffen würden, besteht die grösste Gefahr in einem Dammbruch, der dann laut Haeberli «eine starke Flutwelle» ins Lauterbrunnental hinabschicken würde.

«Kommt es zu einem Stausee, kann dieser mit einem Alarmsystem kontrolliert werden», so Haeberli. Für ihn sind Gletscherzungenrutschungen in dieser Jahreszeit typisch. Komme das Eis während der nächsten ein, zwei Monate nicht, stabilisiere der Winter das Eis und die Gefahr wäre – für einige Monate – gebannt.

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