Frost in Zürich: Eispanzer schützt Blüten an Bäumen von Obstbauern
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Frost in ZürichEispanzer schützt Blüten an Bäumen von Obstbauern

Um grosse Schäden zu verhindern, müssen die Obstbauern ihre Kulturen vor der Kälte schützen. Dafür gibt es mehrere Methoden.

von
Lynn Sachs
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Bauern besprühen ihre Bäume mit Wasser, um die Blüten vor der Kälte zu schützen.

Bauern besprühen ihre Bäume mit Wasser, um die Blüten vor der Kälte zu schützen.

dpa/Rene Priebe
Der Eismantel führt dazu, dass die Temperatur in der Blüte nicht unter null Grad fällt.

Der Eismantel führt dazu, dass die Temperatur in der Blüte nicht unter null Grad fällt.

dpa/Rene Priebe
Andere Bauern schützen ihre Anlagen mit Frostkerzen.

Andere Bauern schützen ihre Anlagen mit Frostkerzen.

Privat

Darum gehts

  • In den letzten Tagen wurde der Kanton Zürich von einer Kältewelle heimgesucht.

  • Die Kulturen vieler Obstbauern blühen bereits.

  • Um ihre Ernte zu retten, müssen die Obstbauern ihre Bäume schützen.

Nach einem frühlingshaften Osterwochenende sind die Temperaturen im Kanton Zürich drastisch gefallen. Das beschäftigt viele Ostbäuerinnen und Obstbauern. Grund: Das warme Wetter in der vergangenen Woche hat bewirkt, dass einige Bäume bereits blühen. Die eisige Kälte könnte nun grosse Schäden an den Kulturen anrichten.

«Wir haben auf unseren Betrieben in Rudolfingen, Uhwiesen und Büsingen verschiedene Wetterstationen und beobachten die Situation nach einem Kaltlufteinbruch jeweils sehr genau», sagt der erfahrene Obstbauer Peter Eichenberger zum «Landboten». Bei minus 1,5 Grad geht automatisch ein Alarm los.

Am Dienstag um 3 Uhr morgens entschied sich der Bauer dazu, seine Birnenanlage mit Wasser zu besprühen. Das gefrierende Wasser bildet einen Eismantel um die Blüten, der verhindert, dass die Temperatur in den Blüten ins Minus fällt. Wie Hagen Thoss von der Fachstelle Obst im Strickhof im Artikel erklärt, sei das die effizienteste und billigste Lösung, um Obstbäume bei Spätfrösten vor der Kälte zu schützen.

Kerzen statt Wasser

Eine andere Methode wählt der Landwirt Urs Hürlimann aus Kefikon. «Wir haben in der Nacht auf Dienstag etwa 200 brennende Kerzen in der Anlage verteilt.» Mit dieser Massnahme könne die Temperatur in einem kleinen Gebiet um etwa zwei Grad angehoben werden, sagt er. Er entscheidet sich gegen die Besprühung seiner Kirschbäume, da die Äste aufgrund des Eispanzers leicht brechen könnten.

Von der aktuellen Kältewelle verschont blieben die Rebbäuerinnen und Rebbauern. «Die Reben sind zum Glück noch nicht ausgetrieben», sagt Theo Strasser, Präsident des Weinbauvereins Zürcher Weinland im Artikel. «Wir hoffen, dass das so bleibt und wir nicht Ende April oder Anfang Mai dann doch noch Spätfröste erleben müssen.»

Deine Meinung

22 Kommentare
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beumli

08.04.2021, 10:01

Ist im Südtirol immer schon so gemacht, nach dem Reschenpass im Tal sehen die Obstplantagen aus wie eine riesige Swarovskiwerbung

I ronny

08.04.2021, 09:20

ich wünschte mir alle Menschen wären so intelligent, rücksichtsvoll und hübsch wie ich, dann hätten wir keine Probleme mehr.

AntiCorona

07.04.2021, 13:47

1 Jahr Corona und wir versinken in der Eiszeit. Es werden bereits neue Minusrekorde gemessen! Weg mit den Massnahmen!