Eklat bei ABB: Illegale Preisabsprachen
Aktualisiert

Eklat bei ABB: Illegale Preisabsprachen

Beim Technologiekonzern ABB haben einzelne Manager illegale Preisabsprachen mit Konkurrenzfirmen getroffen. Zwei Manager sind am Donnerstag entlassen worden.

Die EU-Kommission leitete eine Untersuchung ein. ABB deckte die wettbewerbswidrigen Praktiken bei einer internen Kontrolle auf.

ABB informierte am Donnerstagabend in einer Mitteilung über die eingeleitete Untersuchung der EU-Kommission. Diese prüfe mehrere Unternehmen, die im Geschäft mit gasisolierten Schaltanlagen tätig sind, ob sie wettbewerbswidrige Praktiken ausgeübt hätten. ABB-Standorte seien von der Untersuchung nicht betroffen, hiess es.

Dies verdanke ABB dem Umstand, dass die illegalen Preisabsprachen zwischen ABB und Konkurrenzunternehmen bei einer internen Kontrolle entdeckt worden seien, sagte ABB-Sprecher Wolfram Eberhardt. ABB informierte daraufhin die Behörden und kooperiert nun mit der EU-Kommission. Zwei ABB-Manager seien noch am Donnerstag entlassen worden, sagte Eberhardt. ABB-Präsident und Konzernchef Jürgen Dormann sagte in der Mitteilung, alle Anspruchsgruppen hätten das Recht, von ABB den Schutz und die Einhaltung höchster ethischer Standards zu erwarten.

Über das Ausmass der Preisabsprachen machte ABB keine Angaben. Eberhardt sagte aber, diese Praxis sei offenbar über Jahre hinweg und hauptsächlich auf europäischem Gebiet geübt worden.

Welche Unternehmen die EU-Kommission unter die Lupe nimmt, wurde vorerst nicht bekannt. Die Hauptkonkurrenten von ABB im Geschäftsbereich mit Schaltanlagen für Hochspannungsleitungen sind Siemens, die österreichische Vatec sowie die aus dem Alstom-Konzern hervorgegangene Areva. Laut Eberhardt beläuft sich das jährliche Umsatzvolumen von ABB in diesem Geschäftsbereich auf 170 bis 200 Millionen Dollar. (dapd)

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