Vorwurf der Homophobie: Eklat in Basel - Konzert abgesagt
Aktualisiert

Vorwurf der HomophobieEklat in Basel - Konzert abgesagt

Der umstrittene Reggae-Sänger Capleton hetzte gegen Schwule auf. Und will sich gebessert haben. Nun wurde sein Gig in Basel abgesagt - weil ein brisantes Video aufgetaucht ist.

Der jamaikanische Reggae-Künstler Capleton tritt morgen nicht in der Kaserne auf. Der Sänger hatte in der Vergangenheit mit schwulenfeindlichen Äusserungen provoziert, doch die Kaserne legitimierte die Buchung damit, dass sich Capleton mit der Unterzeichnung des «Reggae Compassionate Act» von seinen Parolen distanziert habe.

Nun trugen Schwulengruppen ein Video an die Kaserne heran, das ihn letztes Jahr bei neuen homophoben Aus­sagen zeigt. «Dies veränderte die Ausgangslage um 180 Grad», so Kasernen-Geschäftsführer Thomas Keller. Für das Konzert waren schon mehrere hundert Tickets verkauft worden.

Die homosexuellen Arbeitsgruppen Basel Habs hatten für die Absage gekämpft. «Mit der Absage ist es nicht getan», sagt Sprecher Axel Schubert. In einem Brief forderten sie vom Sänger, sich öffentlich für seine schwulenfeindlichen Äusserungen zu entschuldigen.

Johannes Sieber von GayBasel.ch hingegen findet, dass die Absage nichts bringt: Nur weil man Capleton den Mund verbiete, werde sich nichts ändern. «Alle, die ihn sehen wollten, werden auf die Schwulenszene wütend sein», so Sieber. Das müsse nun die Habs ausbaden.

lua/dd

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