Aktualisiert 01.02.2019 04:34

Prozess gegen Drogenboss«El Chapos» Verteidiger fordern Freispruch

Die Verteidiger von Joaquín «El Chapo» Guzmán bezichtigen frühere Mitarbeiter des Drogenbosses der Lügen.

von
chk
1 / 32
Der Richter musste seine Anwälte teils in die Schranken weisen: Joaquín «El Chapo» Guzmán (Mitte) vor Gericht. (30. Januar 2019)

Der Richter musste seine Anwälte teils in die Schranken weisen: Joaquín «El Chapo» Guzmán (Mitte) vor Gericht. (30. Januar 2019)

Keystone/AP/Elizabeth Williams
Am 30. Januar hat die Anklage in ihrem Schlussplädoyer einen Schuldspruch für El Chapo gefordert.

Am 30. Januar hat die Anklage in ihrem Schlussplädoyer einen Schuldspruch für El Chapo gefordert.

AP/Elizabeth Williams
«Lassen Sie ihn nicht vor seiner Verantwortung entkommen», appellierte  Staatsanwältin Andrea Goldbarg am Mittwoch an die Geschworenen.

«Lassen Sie ihn nicht vor seiner Verantwortung entkommen», appellierte Staatsanwältin Andrea Goldbarg am Mittwoch an die Geschworenen.

AP/Elizabeth Williams

Im Prozess gegen Joaquín «El Chapo» Guzmán in New York haben dessen Verteidiger einen Freispruch des mexikanischen Drogenbosses gefordert. Sie bezichtigten frühere Mitarbeiter Guzmáns bei deren Zeugenaussagen der Lügen.

«Sie müssen dem Mythos von El Chapo nicht nachgeben», sagte Anwalt Jeffrey Lichtman in seinem Schlussplädoyer am Donnerstag an die Adresse der zwölf Geschworenen. Diese sollen ab Montag über die Schuld oder Unschuld des 61-Jährigen beraten. Bei einer Verurteilung droht Guzmán lebenslange Haft.

Die Beweisführung der Staatsanwaltschaft stufte Lichtman als reihenweise Lügen ein. 14 Zeugen, darunter ehemalige Mitarbeiter Guzmáns, hätten eigene Haftstrafen mit erfundenen Aussagen gegen Guzmán verringern wollen. «Diese Regierung (der USA) hat ihnen die Welt gegeben und dann haben sie gelogen wie gedruckt», sagte Lichtman. Der wahre Chef des Sinaloa-Kartells sei Ismael «El Mayo» Zambada. Zambada und Guzmán hatten das Kartell zeitweise gemeinsam geleitet.

Richter Brian Cogan musste Lichtman teils in die Schranken weisen. «Es gibt in diesem Fall keine Beweise, dass die Regierung aus einem falschen Motiv handelte», stellte er klar. Lichtman hatte argumentiert, die Staatsanwaltschaft habe es auf Guzmán abgesehen und wolle ihn in dem Drogenkrieg um jeden Preis hinter Gitter bringen. «Der Zweck heiligt die Mittel nicht», sagte Lichtman.

Die ursprünglich 17 Anklagepunkte sind im Prozess auf 10 Punkte verringert worden. Die Jury muss für jeden dieser zehn Punkte einstimmig entscheiden, ob Guzmán schuldig ist oder nicht. Wann im Fall einer Verurteilung das Strafmass verkündet wird, ist offen. (chk/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.