Sion-Torhüter: El-Hadary auf Schmusekurs mit den Fans

Aktualisiert

Sion-TorhüterEl-Hadary auf Schmusekurs mit den Fans

Der ägyptische Sion-Torhüter Essam El-Hadary wurde im Spiel gegen den FC Vaduz eine knappe Halbzeit lang von den eigenen Fans bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Medien berichten von Wechselabsichten und Funkstille, doch die Wahrheit ist ganz anders: Längst ist El-Hadary wieder im Wallis zurück.

Eine Liebesbeziehung wird es nicht mehr zwischen dem Wallis, seinen Bewohnern und dem Mann aus dem fernen Ägypten. Aber Hass habe es auch nicht gegeben, sagen nun alle Beteiligten uni sono.

«Ich verstehe den Frust einiger Sion-Fans»

Essam El-Hadary schreibt auf englisch einige persönliche Worte und richtet diese an die nicht mehr so treuen Fans des FC Sion: «Ich habe gerade eben erst erfahren, dass für die nächsten Heimspiele die Nordtribüne gesperrt werden soll. Ich für meinen Teil halte dies für nicht notwendig. Ich verstehen den Frust einiger Sion-Fans, aber Auslöser war ein grosses Missverständnis: Ich habe keine Verletzung im Basel-Match vorgetäuscht, aber ich kann die Ansichten von Herrn Constantin nachvollziehen.»

Nach dem Spiel gegen Vaduz klärte sich die ganze Situation auch auf:

El-Hadary sprach, so gut es ging, mit einigen Fans, die klar stellten, mit den Pfiffen gegen ihn nichts zu tun gehabt zu haben. Gleiches liessen die Walliser Ultragruppierungen auch später mit einem Presse-Communiqué wissen: «Die Pfiffe gegen El-Hadary kamen nicht aus unserem Lager. Wir verurteilen diese und haben alles notwendige unternommen, diese zu unterbinden. Die Spieler waren alle über unsere Haltung und Vorgehensweise informiert.»

Viel heisse Luft um nichts

Wie das Fan-Theater im Wallis weitergeht, steht in den Sternen, aber die Forderung nach einem Rücktritt des Präsidenten lässt das Vorgehen der Fans zu einer Posse verkommen. Im Fall der Torwartsituation ist jedoch

klar: Essam El-Hadary ist längst wieder im Wallis erschienen und trainiert mit der Mannschaft. «Sofern ich das Vertrauen erhalte, werde ich selbstverständlich spielen», stellte El-Hadary deutlich klar. Da Germano Vailati statt auf dem Sprung in die Nationalmannschaft nun auf dem Sprung zum FC Metz in die Ligue 2 Frankreichs steht, wird es frühestens in der Winterpause zu Veränderungen kommen.

(gwl)

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