22.07.2014 22:03

Gut ausgestattet

Elefanten haben einen extrem guten Riecher

Afrikanische Elefanten haben einen äusserst guten Geruchssinn. Sie besitzen mehr als doppelt so viele für die Geruchsrezeptoren verantwortliche Gene wie Hunde.

von
fee
Die Nase des Afrikanischen Elefanten hat es in sich.

Die Nase des Afrikanischen Elefanten hat es in sich.

«Offensichtlich ist die Nase eines Elefanten nicht nur lang, sondern auch hoch entwickelt», sagt Yoshihito Niimura von der Universität Tokio in einer Mitteilung. Sein Team hat die Gene für die Geruchswahrnehmung bei 13 Säugetieren untersucht.

Neben Elefanten wurden unter anderem Ratten, Kühe, Pferde, Hunde, Mäuse und Primaten berücksichtigt. Mit fast 2000 Erbgutabschnitten liege der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) an der Spitze, heisst es in der Fachzeitschrift «Genome Research».

Dies deute darauf hin, dass die Tiere sehr differenziert und sensibel riechen können. Allerdings sei die Zahl der Gene allein noch kein sicherer Beweis für die tatsächlichen Riechfähigkeiten, schränken die Forscher ein.

Mensch ganz unten auf Skala

Der Mensch rangiert auf der Skala der Riechfähigkeit in der Studie zusammen mit den Primaten ganz unten. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Geruchssinn bei ihm infolge verbesserter Sehfähigkeiten an Bedeutung verloren hat.

Über die Sinne von Elefanten finden Forscher immer wieder Erstaunliches heraus. In den «Biology Letters» berichteten Forscher im vergangenen Jahr, dass Asiatische Elefanten das Gebrüll verschiedener Raubkatzen zuverlässig voneinander unterscheiden können. Während sie sich bei aggressiven Tigerschreien still und leise aus dem Staub machen, reagieren sie auf Leopardengebrüll mit lautstarkem Trompeten und Grummeln. Tiger können kleine Elefanten reissen, Leoparden sind keine Bedrohung.

Eine andere, in «Science» vorgestellte Studie ergab, dass Elefanten durch einen Luftstrom über die Stimmlippen - also ähnlich wie Menschen - Töne erzeugen. Mit extrem tiefen Lauten im Infraschallbereich, die für Menschen kaum oder nicht hörbar sind, können sie sich über Kilometer hinweg mit Artgenossen verständigen. Zuvor war auch vermutet worden, die Frequenzen könnten durch Muskelvibrationen erzeugt werden - ähnlich wie das Schnurren von Katzen.

(fee/sda)

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