Elefanten zum Abschuss freigegeben
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Elefanten zum Abschuss freigegeben

In Südafrika stehen seit dem 1. Mai Elefanten nicht mehr unter besonderem Schutz. Ungeachtet der Proteste von Tierschützern sind die Dickhäuter erstmals seit 13 Jahren zum Abschuss freigegeben. Die Massnahme soll der Überpopulation entgegenwirken.

Während des 13-jährigen Moratoriums ist die Zahl der Elefanten in Südafrika von 8000 auf rund 20 000 gestiegen. Alleine im «Kruger National Park» sollen es 14 000 sein. Genug Platz und Nahrung fänden dort 7500 Exemplare.

Kaum natürliche Feinde

Elefanten werden bis zu 60 Jahre alt und haben kaum natürliche Feinde und können sich so rapide vermehren. Wegen ihres grossen Nahrungsbedarfs bedrohen die Dickhäuter die biologische Vielfalt. Elefantenhorden trampeln Zäune nieder, zerstören Felder, infizieren Nutzvieh. Das sind einige Argumente der südafrikanischen Regierung.

Tötung ganzer Familien

Nur wenn Verhütungsmassnahmen und die Verlegung von Populationen keinen Erfolg bringen, dürfen die Elefanten gezielt abgeschossen werden.

Für den Abschuss sollen Profis eingesetzt werden. Sie sollen den Elefanten von einem Hubschrauber aus einen einzigen tödlichen Schuss verpassen. Um Traumata bei den Hinterbliebenen zu vermeiden, sollen gleich ganze Familien auf einmal getötet werden. Aus demselben Grund soll die Schlachtung fernab von anderen Herden erfolgen.

Scharfe Proteste und Boykottaufrufe für WM 2010

Der Beschluss der Regierung stösst auf scharfen Protest der Tierschützer.

Die Methode komme einem «Massen- oder Völkermord» gleich.

Die Organisation «Animal Right Africa» will gegen das neue Gesetz klagen, aber nicht nur. Sie ruft auch zu einem Boykott der Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf. Auch die für ihren Einsatz als Tierschützerin bekannte ehemalige französische Filmdiva Brigitte Bardot setzt sich für die südafrikanischen Elefanten ein. Sie schrieb einen Brief an Staatschef Thabo Mbeki, in dem sie sich «schockiert über die Wiederaufnahme dieser Tötungen» zeigte.

Elfenbein wird nicht verkauft

Das Elfenbein der getöteten Elefanten kann nicht verkauft, soll aber eingelagert werden. Eine Verwertung des Fleisches sei nicht geplant. Die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) hatte Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe im vergangenen Juni erlaubt, Elfenbeinvorräte zu verkaufen, die sie bis 31. Januar 2007 angesammelt hatten - allerdings nur streng kontrolliert. Danach dürfen diese Länder neun Jahre keine neuen Ausnahmegenehmigungen vom Verbot des Elfenbeinhandels mehr beantragen.

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