BMW 635 CSi: Eleganter Langläufer mit schönen Aussichten
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BMW 635 CSiEleganter Langläufer mit schönen Aussichten

Der BMW 635 CSi galt schon in den 70ern als Klassiker – und noch immer wirkt er eleganter als manch anderes Coupé.

von
B. v. Rotz

Im Hollywood der 1970er- und 1980er-Jahre war das BMW-Coupé der Baureihe E24 gern gesehen. Cybill Shepard alias Madelyn «Maddie» Hayes zum Beispiel fuhr als Inhaberin der Detektei Blue Moon in der Fernsehserie «Das Model und der Schnüffler» einen 633 CSi, während der Gegner von Mel Gibson in «Lethal Weapon II» einen roten 635 CSi ohne Rücksicht auf Verluste durch wilde Verfolgungsjagden steuerte.

Für arme Leute war das elegante Coupé, das unter den Typenbezeichnungen 628 CSi, 630 CS/CSi, 635 CSi usw. verkauft wurde, dagegen nichts. Ab 44'900 Franken erhielt man dafür vor 40 Jahren 4,75 Meter elegantestes Autodesign.

Grosse Fensterflächen, eine tiefe Gürtellinie, eine lange Frontpartie mit gut sichtbar hoch gesetzter Niere und relativ lange Überhänge (vor allem hinten) erzeugten eine spannende Linienführung, die den Geschmack der Zeit traf.

Innovative Technik

Als Speerspitze des BMW-Angebots erhielt die Baureihe E24 natürlich allerlei interessante Innovationen. So liess sich mit der Active Check Control jederzeit die Funktionsfähigkeit von Lampen oder der Flüssigkeitsstand des Motoröls oder des Kühlwassers überwachen. Die Lenksäule war in der Längsrichtung verstellbar, die Aussenspiegel reagierten auf elektrische Kommandos und die Scheiben waren für bessere Wärmedämmung getönt.

Von Anfang an war die Servolenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Unterstützung serienmässig, später erhielt das Coupé ABS, eine Service-Intervall-Anzeige und eine gehörige Portion Elektronik. Fahrwerksseitig allerdings griff man auf Bewährtes zurück. Innen wurde das Cockpit-Layout des Fünfers übernommen und weiter perfektioniert.

Von Anfang an gut

«Es klingt paradox: Mit dem, was der 633 CSi bietet, gehört er zu den preiswertesten Wagen dieser hohen Klasse, obwohl er angesichts seines Preises für die meisten ein Traumauto bleibt», so schloss der Testbericht des 633 CSi der Automobil Revue im September 1976. Angetan waren die Redaktoren vor allem vom mustergültigen Fahrverhalten und vom kultivierten Lauf des Motors. 8,4 Sekunden hatten für den Spurt von 0 bis 100 km/h gereicht, als Spitze wurden 217 km/h notiert.

Die Konkurrenz schlief nicht. 1977 stellte Daimler-Benz den Mercedes 450 SLC 5.0 mit mächtigem Achtzylinder und 240 PS vor. Da wollte BMW-Chef Eberhard von Kuenheim nicht zurückstehen und rief zur Leistungssteigerung beim Bayern-Coupé auf. Das Resultat war der BMW 635 CSi mit fast 3,5 Liter grossem Reihensechszylinder. Satte 218 PS reichten für 224 km/h Spitzengeschwindigkeit und etwa acht Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. «Der 635 CSi ist ein sportliches Spitzenauto, das enorme Fahrfreude wie in alten Zeiten bietet», kommentierten die Testfahrer damals.

Wohlfühl-Coupé

Wer sich hinter das Lenkrad des BMW 635 CSi setzt, fühlt sich sofort zu Hause. Alle Bedienungselemente sind dort, wo man sie vermuten würde. Die Sitzposition ist ausgezeichnet, die Rundumsicht perfekt. Der Sechszylinder startet auf Anhieb und tönt so, wie es typisch für die jahrzehntelang gebauten Motoren der bayrischen Motorenwerke war.

Das Getriebe schaltet sich leicht, auch Lenkung und Pedalerie erfordern keine hohen Kraftanstrengung. Es ist ein Vergnügen ohne Reue, zumal die Coupés bezahlbar geblieben sind und auch im Alltag eine gute Figur machen.

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