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ÖV-RevolutionElektro-Busse: Politiker warnen vor Mehrkosten

Schon bald sollen Akku-Busse durch die Berner Altstadt kurven. Akku-Trams sind hingegen definitiv vom Tisch.

von
Adrian Müller
In Genf rollen die Busse der Zukunft bereits: Ein Elektro-Bus lädt seinen Akku innert 15 Sekunden an Haltestellen auf.

In Genf rollen die Busse der Zukunft bereits: Ein Elektro-Bus lädt seinen Akku innert 15 Sekunden an Haltestellen auf.

Läuft alles nach Plan, müssen die Postkarten-Motive der Berner Altstadt schon bald neu geknipst werden: Dank Elektro-Bussen könnten die hässlichen Fahrleitungen schon ab 2018 verschwinden (20 Minuten berichtete).

Noch bevor Bernmobil die Ausschreibung für die 20 Fahrzeuge startet, könnte bereits ein Elektro-Bus durch die Bundesstadt rollen. «Wir sind interessiert, einen Prototypen zu testen», sagt Markus Anderegg, Leiter Technik Bernmobil. Damit könnte man wie die Genfer Verkehrsbetriebe die Industrie unterstützen, Elektro-Fahrzeuge zur Serienreife zu bringen. «Wir werden uns sicher in kein technisches Abenteuer stürzen.»

Energiepreis ist entscheidend

Für Bernmobil gehört die Zukunft Elektro-Bussen: Davon hält Thomas Fuchs, ÖV-Politiker und SVP-Grossrat, gar nichts: «Nach den Gas-Bussen hätte Bernmobil so schon wieder ein neues, kompliziertes System. Das bringt automatisch Mehrkosten mit sich. Bernmobil leistet sich schon jetzt eine Luxus-Flotte.» Dem widerspricht Anderegg. Elektrofahrzeuge seien zwar etwas teurer in Beschaffung und Unterhalt, dafür seien die Fahrkosten tiefer. «Für die Gesamtrechnung entscheidend ist, wie sich der Energiepreis in Zukunft entwickelt.»

Vom Tisch sind übrigens laut Anderegg Pläne, auch Trams mit Akku-Technik zu beschaffen, damit die Innenstadt ganz von Oberleitungen befreit werden könnte.

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