Kia e-Soul: Elektro-Rock(er) aus Korea
Aktualisiert

Kia e-SoulElektro-Rock(er) aus Korea

Dass Elektromobilität nicht bieder und langweilig sein muss, beweist Kia mit dem neuen e-Soul. Allerdings hat der spassige Kompakt-SUV seinen Preis.

von
Dave Schneider
Der neue e-Soul schafft gemäss WLTP-Messzyklus eine Reichweite von 452 Kilometern, kann im besten Fall (mit 100 kW Gleichstrom) in knapp einer Stunde...

Der neue e-Soul schafft gemäss WLTP-Messzyklus eine Reichweite von 452 Kilometern, kann im besten Fall (mit 100 kW Gleichstrom) in knapp einer Stunde...

Kia
... 80 Prozent der Batteriekapazität von 64 kWh nachladen und sollte damit für den automobilen Alltag für die meisten Menschen völlig ausreichen.

... 80 Prozent der Batteriekapazität von 64 kWh nachladen und sollte damit für den automobilen Alltag für die meisten Menschen völlig ausreichen.

Kia
Mit Wechselstrom lädt der Koreaner hingegen nur mit 7,4 kW, eine volle Akkuladung dauert so über neun Stunden.

Mit Wechselstrom lädt der Koreaner hingegen nur mit 7,4 kW, eine volle Akkuladung dauert so über neun Stunden.

Kia

Ob nun mit seinem coolen Outfit, den verspielten Lichteffekten im Innern oder mit seinem flüsterleisen Davondüsen – der neue e-Soul rockt. Dabei stand Kia früher mehr für Vernunft als für Spass, eher für biederen Durchschnitt als für Innovation. Doch das hat sich geändert. Wenn die Koreaner im kommenden Frühling die neue Generation des elektrischen Kompakt-SUV lancieren, ist dieser bereits in guter Gesellschaft: Schon den Vorgänger gab es in der Schweiz nur mit E-Antrieb, hinzu kommt der SUV Niro, den es künftig nicht nur mit Hybrid- (HEV) oder Plug-in-Hybridantrieb (PHEV), sondern ebenfalls als reinen Stromer gibt.

Schon länger im Angebot sind die Elektro-Modelle Ioniq und Kona von Konzernschwester Hyundai, die beide auch als HEV oder PHEV angeboten werden, das Wasserstoffauto Nexo, die PHEV-Limousine Kia Optima und mehrere Mildhybride bei beiden Marken. Punkto Antriebstechnik spielen die Koreaner derzeit ganz vorne mit.

«Geld lieber sinnvoll einsetzen, als EU Bussen zahlen»

«Wir offerieren als einziger Hersteller die volle Palette von Antrieben», bestätigt David Labrosse stolz. Der Franzose verantwortet die Produkt-Planung von Kia und findet beim Thema Elektromobilität klare Worte. «Das einzige Ziel dabei ist es, die CO2-Richtlinien einzuhalten, das ist klar. Wieso sollen wir der EU Bussen bezahlen, wenn wir dieses Geld auch sinnvoll einsetzen können, etwa in die Entwicklung oder in Rabatte für unsere Kunden?» Deshalb gebe es derzeit nur die Lösung der Elektrifizierung.

Doch der Kunde soll wählen können, welchen Grad der elektrischen Unterstützung er kaufen will – von Mildhybrid bis rein Elektro. Und auch wenn der koreanische Konzern langfristig auf Wasserstoff setzt, sind die batterieelektrischen Autos zumindest mittelfristig eine willkommene Lösung. «Wir glauben daran, dass in den nächsten zehn Jahren eine grosse Entwicklung in der Batterietechnik passiert.»

Reichweite von 452 Kilometern

Bereits die Gegenwart sieht vielversprechend aus. Der neue e-Soul schafft gemäss WLTP-Messzyklus eine Reichweite von 452 Kilometern, kann im besten Fall (mit 100 kW Gleichstrom) in knapp einer Stunde 80 Prozent der Batteriekapazität von 64 kWh nachladen und sollte damit für den automobilen Alltag für die meisten Menschen völlig ausreichen. Mit Wechselstrom lädt der Koreaner hingegen nur mit 7,4 kW, eine volle Akkuladung dauert so über neun Stunden.

Das ist zwar völlig ausreichend zuhause an der Wallbox, damit am Morgen jeweils die volle Reichweite zur Verfügung steht. Unterwegs an öffentlichen Wechselstrom-Säulen dauert das hingegen zu lang. Damit man also unterwegs möglichst eine schnelle Gleichstrom-Ladesäule findet, zeigt das Navigationssystem diese an und kann sie auch entlang der Route der Restreichweite entsprechend einplanen.

In der Schweiz wird nur die stärkere Variante mit 150 kW Leistung (204 PS) und 395 Newtonmeter Drehmoment angeboten. Diese Kraft steht wie bei jedem Elektroauto direkt aus dem Stand zur Verfügung, der e-Soul dosiert seine Power aber feinfühlig und je nach gewähltem Schärfegrad zwischen sparsam-zurückhaltend bis sportlich-direkt. Die Rekuperationsstärke, also die Menge der beim Rollen und Bremsen zurückgewonnenen Energie, wird über Wippen am Lenkrad geregelt – damit ist im fliessenden Verkehr das so genannte One-Pedal-Driving, das Fahren mit nur einem Pedal, bequem möglich.

Der Elektro-Rocker hat seinen Preis

Der Kia e-Soul zeigt, wie cool Elektromobilität sein kann. Leider können auch die Koreaner nicht zaubern und die teure Batterie treibt auch bei dem spassigen Kompakt-SUV den Preis unweigerlich nach oben. Zwar steht der hiesige Preis noch nicht fest, doch Kia Schweiz geht bei dem komplett ausgestatteten Modell mit stärkerem Motor und grosser Batterie von etwa 52'000 Franken aus.

Das ist viel Geld für den kleinen Flitzer, obwohl sich das im Konkurrenzvergleich relativiert. Wer will, kann den e-Soul allerdings auch mit einer kleineren Batterie mit 39,2 kWh Kapazität und 276 Kilometern Reichweite haben – in der Schweiz wird diese Variante aber nur auf ausdrückliche Bestellung geliefert.

Kia e-Soul

Modell: Kompakt-SUV

Masse: Länge 4195 mm, Breite 1800 mm, Höhe 1605 mm, Radstand 2600 mm

Kofferraum: 315 bis 1339 Liter

Motor: Permanenterregter Synchron-Elektromotor mit 150 kW

Batteriekapazität: 64 kWh brutto

Verbrauch (Werk): 15,7 kWh auf 100 Kilometer

Reichweite (Werk): 452 Kilometer

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden,

Höchstgeschwindigkeit 167 km/h

Markteinführung: Voraussichtlich Frühjahr 2020

Preis: Etwa 52'000 Franken

Infos:www.kia.ch

Deine Meinung