Aktualisiert 24.06.2004 09:51

Elektro-Schrott: Abgabe bald in jedem Geschäft

Alte Stereoanlagen, Computer und andere Elektrogeräte müssen ab nächstem Jahr von allen Schweizer Händlern zurückgenommen werden.

Der Bundesrat hat die Verordnung über die Entsorgung von Elektrogeräten geändert und auf weitere Produkte ausgedehnt. Demnach wird Trittbrettfahren nicht mehr geduldet.

Die 1998 eingeführte Rückgabe von Elektronikschrott ist zwar ein Erfolg, für Konsumentinnen und Konsumenten aber noch nicht ganz befriedigend geregelt. Zum einen ist sie nicht für alle Gerätearten möglich, zum andern verrechnen manche Geschäfte einen Unkostenbeitrag.

Mit seiner Verordnungsänderung will der Bundesrat nun für klare Verhältnisse sorgen. Neu sind sämtliche Händler verpflichtet, Elektrogeräte gratis zurückzunehmen. Dies gilt auch dann, wenn der Kunde kein neues Gerät in diesem Geschäft kauft. Möglich bleibt auch die Abgabe an einer öffentlichen Gerätesammelstelle.

Gegen das Trittbrettfahren

Wie bisher wird die Sammlung, Verwertung und Entsorgung des Elektroschrotts durch vorgezogene Entsorgungsbeiträge finanziert. Zwei privatwirtschaftlich organisierte Finanzierungssysteme - die Stiftung Entsorgung Schweiz (S.EN.S) und der Verband SWICO - setzen diese freiwillige Branchenvereinbarung um.

Nun gibt es Hersteller, Importeure und Händler, die keinem dieser Systeme angeschlossen sind und auch keine vorgezogenen Entsorgungsbeiträge verlangen. Damit sie nicht länger auf dem Trittbrett fahren können, müssen sie sich künftig an einer Branchenlösung beteiligen oder die gratis zurückgenommenen Geräte auf eigene Kosten entsorgen.

Liste erweitert

Heute fallen nur Haushaltgeräte, Unterhaltungselektronik sowie Computer und andere Geräte der Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik unter die Rückgabe- und Rücknahmepflicht. Nicht zuletzt auf Forderungen der Wirtschaft hin hat der Bundesrat die Liste auf praktisch alle im Haushalt vorkommenden Geräte erweitert.

Gratis zurückgegeben werden können so ab Anfang August 2005 auch Beleuchtungsgeräte und schadstoffhaltige Leuchtmittel wie Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren und Entladungslampen. Nicht darunter fallen Glühbirnen, da sie keine Schadstoffe enthalten und problemlos mit dem Hauskehricht entsorgt werden können.

Ab 1. Januar 2005 gilt die Verordnung ausserdem für Bohrmaschinen, Rasenmäher und andere Elektrowerkzeuge mit Ausnahme ortsfester industrieller Grossgeräte, desgleichen für elektronisch betriebene Sport- und Freizeitgeräte wie beispielsweise Hometrainer, ferngesteuerte Spielzeugautos und elektronische Spielkonsolen.

Acht Kilogramm pro Kopf

Die Separatsammlung von Elektronikschrott ist sinnvoll, weil elektrische und elektronische Geräte neben wiederverwertbaren Bestandteilen (z.B. Kupfer) häufig problematische Stoffe enthalten, die getrennt und fachgerecht entsorgt werden müssen. 2001 wurden in der Schweiz pro Kopf rund 8 kg Elektronikschrott gesammelt.

(sda)

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