Gefährlicher Trend: Elektro-Stehroller halten die Polizei auf Trab
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Gefährlicher TrendElektro-Stehroller halten die Polizei auf Trab

Man sieht sie vor allem in den Städten immer mehr: Skateboards oder Monowheels mit Elektromotor. Dabei sind sie bei uns gar nicht erlaubt.

von
ann
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Es gibt sie in allen erdenklichen Ausführungen: Die sogenannten Stehroller oder auch Balance-Boards mit Elektromotor, die man derzeit auf zahlreichen Portalen im Internet kaufen kann.

Es gibt sie in allen erdenklichen Ausführungen: Die sogenannten Stehroller oder auch Balance-Boards mit Elektromotor, die man derzeit auf zahlreichen Portalen im Internet kaufen kann.

Eugene Borodin
Dieses elektrische Skateboard wird von vielen Fans auch als Hoover-Board bezeichnet, weil es dem berühmten fliegenden Brett aus der Film-Trilogie «Back to the Future» am nächsten kommt.

Dieses elektrische Skateboard wird von vielen Fans auch als Hoover-Board bezeichnet, weil es dem berühmten fliegenden Brett aus der Film-Trilogie «Back to the Future» am nächsten kommt.

Aber auch dieses Ding wird gern als Hoover-Board bezeichnet, obwohl es gar nicht aussieht wie ein fliegendes Skateboard.

Aber auch dieses Ding wird gern als Hoover-Board bezeichnet, obwohl es gar nicht aussieht wie ein fliegendes Skateboard.

Ein neuer Trend aus den USA und China schwappt derzeit in die Schweiz: Skateboards, Balance-Boards, Monowheels oder Kickboards mit Elektromotor. «In der Stadt sieht man sie immer häufiger», bestätigt Medienchef Marco Cortesi von der Stadtpolizei Zürich. Er fügt an, dass diese Trendfahrzeuge nicht zu unterschätzen seien, weil man schnell damit unterwegs sei und Konflikte mit schwächeren Verkehrsteilnehmern dadurch programmiert seien.

Cortesi weiss, wovon er redet: In Zürich gab es in den letzten zehn Monaten bereits über zwanzig Verkehrsunfälle mit Körperverletzung. Cortesi: «Das sind alarmierende Unfallzahlen.» Die Stadtpolizeien von Winterthur und Zürich sind deswegen zur Tat geschritten und haben vor kurzem gemeinsam einen Flyer herausgegeben.

Mehrere Dutzend Verzeigungen

Denn diese Trendfahrzeuge sind nicht nur gefährlich. Sie zu benutzen, ist auf öffentlichem Grund verboten (siehe Box). Das heisst, sie haben auf der Strasse, auf dem Trottoir, auf öffentlichen Plätzen oder dem Velostreifen nichts zu suchen. Nur zu Hause oder auf privatem Grund ist das Herumfahren erlaubt.

Im ganzen Kanton Zürich ist es deswegen schon zu mehreren Dutzend Verzeigungen gekommen, wie Nachfragen bei der Kantonspolizei und den Stadtpolizeien Winterthur und Zürich ergeben haben. Auch in Bern, Basel und Luzern geht man von vereinzelten Verzeigungen aus, kann aber keine konkreten Zahlen nennen.

Auch Versicherung könnte nicht zahlen

Wer verzeigt wird, dem drohen nicht 40 oder 60 Franken Busse. Weil ein Verstoss mit diesen Geräten nicht im Bussenkatalog erfasst ist, erhalten die Benutzer eine Anzeige mit Verfahren. Samt Verfahrenskosten muss man dafür schnell mal mehrere hundert Franken hinblättern.

Doch damit nicht genug: Wer mit diesen Geräten einen Unfall verursacht und jemanden verletzt, dem drohen noch viel höhere Kosten. Laut Astra könnten Versicherungen die Übernahme der Kosten ablehnen und man müsste alles selbst bezahlen.

Das Astra schreibt zu den Elektromotor betriebenen Fahrzeugen:

Trendfahrzeuge wie beispielsweise motorisierte Skateboards oder E-Trottis können gegebenenfalls als Leichtmotorfahrrad zugelassen werden, sofern die dazu notwendigen Anforderungen erfüllt werden. Die Verantwortung dafür, dass diese Fahrzeuge vorschriftskonform ausgeliefert werden, liegt beim Hersteller bzw. beim Importeur.

Generell gilt, dass diese Fahrzeuge ohne Einhaltung der technischen Vorschriften (Typengenehmigung bzw. Selbstdeklaration des Herstellers/Importeurs) nicht im öffentlichen Strassenverkehr gefahren werden dürfen. Wer dies dennoch tut, kann verzeigt werden. Bei einem Unfall besteht die Gefahr, dass keine Versicherung vorliegt oder eine Versicherung die Kostenübernahme ablehnt (oder die Kosten zurückfordert).

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