Aktualisiert 03.02.2005 09:39

Elektrokrampftherapie: Fünf Patienten in Zürich

2004 haben sich fünf Psychiatriepatientinnen und- patienten im Kanton Zürich der umstrittenen Elektrokrampftherapie unterzogen.

Laut Regierungsrat ist das im internationalen Vergleich eine geringe Zahl.

Im Kanton Zürich wird die Elektrokrampftherapie (ECT-Therapie) nur in der Pschiatrischen Universitätsklinik Zürich angewandt, wie der Regierungsrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Anwort auf eine Anfrage der Kantonsräte Peter Schulthess (SP, Stäfa) und Heidi Bucher-Steinegger (Grüne, Zürich) schreibt.

Die Anfrage wurde eingereicht, nachdem eine Einzelinitiative, die ein Verbot der ECT-Therapie forderte, vom Rat einstimmig abgelehnt worden war. Alle Fraktionen waren der Meinung, dass die Therapieform als Therapie der letzten Wahl nützlich sein könne, in der Öffentlichkeit aber wenig Informationen vorliegen.

Laut Regierungsrat wird die Therpaie nur bei lebensbedrohlicher Katatonie (Form der Schizophrenie mit Krampfzuständen), einer therapieresistenten Depression oder schwerer Suizidalität angewandt. Die Therapie wird in den meisten Fällen stationär durchgeführt, in wenigen begründeten Fällen auf Wunsch des Patienten auch ambulant.

Während die Erfolgsquote der medikamentösen antidepressiven Therapie bei rund 65 Prozent liegt, erhöht sich die Quote bei der ECT-Therapie auf etwa 85 Prozent, wie es in der Antwort weiter heisst. Insbesondere im Falle der lebensbedrohenden Katatonie kann sie lebensrettend sein. Irreversible Schäden seien nicht bekannt.

Bei der ECT-Therapie werden den Patienten dosierte Elektroschocks verabreicht. Seitdem die Behandlung in Kurznarkose und mit Entspannung der Muskeln durchgeführt wird, hat sie laut Regierungsrat nicht nur von ihrem Schrecken verloren, sondern es sind auch frühere Risiken wie Knochenbrüche behoben worden.

(sda)

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