Saftige Strafe: Elf Jahre Haft wegen Insiderhandels

Aktualisiert

Saftige StrafeElf Jahre Haft wegen Insiderhandels

Es war eines der grössten Verfahren wegen Insider-Geschäften in den USA. Jetzt ist das Urteil für Raj Rajaratnam gefallen: Er muss elf Jahre hinter Gitter - und zehn Millionen Dollar bezahlen.

Der Verurteilte Gründer des Hedgefonds Galleon auf dem Weg ins Gericht in Manhattan.

Der Verurteilte Gründer des Hedgefonds Galleon auf dem Weg ins Gericht in Manhattan.

In einem der grössten US-Verfahren wegen Insiderhandels ist der frühere Milliardär und Gründer des Hedgefonds Galleon am Donnerstag von einem New Yorker Gericht zu elf Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von zehn Millionen Dollar verurteilt worden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft fast 20 Jahre Gefängnis für den 54-jährigen Raj Rajaratnam gefordert. Der in Sri Lanka geborene Hedgefonds-Gründer wurde bereits im Mai schuldig gesprochen, mit vertraulichen Informationen an der Wall Street Millionengewinne gemacht zu haben.

Laut Anklage soll Rajaratnam durch illegale Geschäfte Gewinne zwischen 70 und 75 Millionen Dollar gemacht haben. Richter Richard J. Holwell kam zu dem Schluss, dass es immerhin mehr als 50 Millionen Dollar gewesen seien. «Seine Taten und der Umfang seiner Verbrechen spiegeln einen Virus in unserer Geschäftskultur wider, der ausgemerzt gehört», sagte Holwell.

Richter berücksichtigt wohltätige Ader

Er habe in seinem Urteil berücksichtigt, dass Rajaratnam eine Nierentransplantation benötige und an fortgeschrittener Diabetes leide, erklärte der Richter. Ebenso hielt er dem Manager seine Wohltätigkeit zugute. So habe dieser unter anderem pakistanischen Erdbebenopfern sowie Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 geholfen, sagte der Richter.

Rajaratnams Festnahme war im Oktober 2009 bekannt geworden. Im Zuge der Ermittlungen wurden mehr als zwei Dutzend Personen verhaftet und verurteilt. Die Strafen variierten dabei zwischen wenigen Monaten bis hin zu zehn Jahren. Die Anwälte des nun Verurteilten hatten für eine Strafe zwischen sechseinhalb und neun Jahren plädiert. (dapd)

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