Krieg in Afghanistan: Elf Kinder bei NATO-Angriff getötet
Aktualisiert

Krieg in AfghanistanElf Kinder bei NATO-Angriff getötet

Nach Feuergefechten mit Taliban bombardiert die Nato in Afghanistan ein Haus aus der Luft, in dem sie Verdächtige vermutet. Doch sterben bei den Luftangriffen auch elf Kinder und eine Frau.

von
kub

Die NATO hat nach Angaben der afghanischen Regierung bei einem Bombardement im Nordosten des Landes elf Kinder getötet. Der Luftangriff in der Provinz Kunar sei nach einem Gefecht von afghanischen und ISAF-Soldaten mit Taliban-Kämpfern geflogen worden, sagten afghanische Behörden- und Sicherheitsvertreter.

Afghanische und US-Truppen hätten sich im Bezirk Schigal nahe der Grenze zu Pakistan zunächst Gefechte mit aufständischen Taliban geliefert, sagte ein Behördenvertreter. Laut einem Sprecher der Provinzregierung wurden dabei ein US-Bürger getötet und vier afghanische Sicherheitskräfte verletzt. Die ISAF bestätigte den Tod des US-Zivilisten.

Aus afghanischen Sicherheitskreisen verlautete, die ISAF-Truppen hätten dann mit der Bombardierung reagiert. «Wir wussten nicht, dass Frauen und Kinder im Haus waren», sagte der Sicherheitsvertreter. Die Taliban hätten die Zivilisten als Schutzschilde missbraucht. Die NATO sprach zunächst von bis zu zehn verletzten Frauen und Kindern.

Karsai verurteilt Luftangriff

Der afghanische Staatschef Hamid Karsai verurteilte «den ISAF-Luftangriff in Kunar scharf, der elf Kinder tötete», wie sein Büro mitteilte. Auch wenn der Präsident den Missbrauch von Zivilisten als menschliche Schutzschilde verurteile, dürfe es keinerlei Einsätze mit zivilen Todesopfern geben.

Örtliche Behördenvertreter hatten zunächst von zehn getöteten Kindern gesprochen. Das Innenministerium sprach in einer Mitteilung überdies von sechs getöteten Taliban. Die zivilen Opfer der NATO-Luftangriffe sorgen immer wieder für Streit zwischen der Führung in Kabul und der NATO. (kub/sda)

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