Aktualisiert 06.08.2018 15:29

Deutschland

Elfenbeauftragte will Unfälle verhindern

Deutsche Verkehrsplaner holten sich ungewohnte Hilfe. Elfen, Zwerge und Trolle sollen eine anhaltende Unfallserie auf der A2 in Niedersachsen stoppen.

von
jdr
Elektronische Stauwarnungen, Tempolimits, Warnschilder - nichts half bisher: Die Unglücksserie auf dem niedersächsischen Teil der A2 nimmt kein Ende. Allein 2017 kam es zu 3538 Unfällen mit 11 Toten. Die A2 bei Hannover.

Elektronische Stauwarnungen, Tempolimits, Warnschilder - nichts half bisher: Die Unglücksserie auf dem niedersächsischen Teil der A2 nimmt kein Ende. Allein 2017 kam es zu 3538 Unfällen mit 11 Toten. Die A2 bei Hannover.

Mit spiritueller Kraft gegen schwere Verkehrsunglücke: Die selbsternannte Elfenbeauftragte Melanie Rüter habe bereits mehrere Streckenabschnitte «energetisch versiegelt», berichtete die «Hannoversche Allgemeine» am Wochenende. Unterstützt wurde sie von der Strassenbaubehörde.

Abgesichert von einem Lastwagen der Autobahnmeisterei Braunschweig und in Begleitung zweier Mitarbeiter der Behörde, steuerte Rüter dem Bericht zufolge an einem Tag im Juni fünf neuralgische Punkte an der A2 zwischen Lehrte und Braunschweig an. Unterstützt wurde sie dabei von der Tierkommunikatorin Marion Lindhof.

«Halbstarke, die auf Krawall gebürstet sind»

Auf der Autobahn hätten sie sofort «sehr traurige Energien» gespürt, sagten die Frauen der Zeitung. «In einigen Fällen waren es aufgebrachte Naturwesen, die rebellierten und sich ihr Stück Natur zurückholen wollten.» Aber auch Wildschweine verursachten viele Unfälle, weil ihnen ihr Revier genommen worden sei. Es handle sich um «Halbstarke, die auf Krawall gebürstet sind».

Auf Twitter sorgte die Meldung für belustigte Reaktionen.

«Elfenbeauftragte nehmen Kontakt zu Naturgeistern, Elementar- und Erdwesen auf», beschrieb Rüter ihr Tätigkeitsfeld. Die Menschen könnten mit Elfen, Zwergen und Trollen im Einklang leben, wenn sie ihnen nur genug Platz liessen – so auch an der A2: «Einige Strecken der Autobahn sind nun energetisch versiegelt.»

Amtliche Unterstützung gab es dafür auch. Friedhelm Fischer, Chef der Landesstrassenbaubehörde in Hannover, sagte der Zeitung: «Wir sind eine offene Behörde.» Er selbst sei zwar eher ein wissenschaftlich-skeptischer Typ. «Aber wenn die Frauen glauben, mit ihren Kräften etwas bewirken zu können, unterstützen wir das.»

(jdr/afp)

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