Elon Musk fordert von Twitter-Personal «Hardcore-Arbeit»

Aktualisiert

Personal-ExodusElon Musk fordert «Hardcore-Arbeit» – Twitter-Mitarbeiter laufen ihm davon

Twitter droht personell auszubluten. Nach dem Ultimatum von Elon Musk an den Rest der Belegschaft, einen extremen Arbeitseifer an den Tag zu legen oder gefeuert zu werden, gehen immer mehr von Bord.

Auf die Twitter-Zentrale in San Francisco werden deutliche Protestnachrichten an die Adresse von Elon Musk projiziert.

20min

Darum gehts

  • Twitter-Chef Elon Musk laufen die Mitarbeitenden davon.

  • Musk hatte die Mitarbeiter kürzlich vor die Wahl gestellt, seiner Neuausrichtung des Kurzmitteilungsdienstes und «Hardcore-Arbeit» zuzustimmen oder entlassen zu werden.

  • Seit seiner Übernahme von Twitter vor rund drei Wochen hat Musk schon die Hälfte der bis dato 7500 Menschen zählenden Belegschaft gefeuert.

Bei Twitter setzt sich die Mitarbeiterflucht nach einem Job-Ultimatum des neuen Eigentümers Elon Musk fort. Einige Angestellte gaben öffentlich via Tweet bekannt, die Online-Plattform zu verlassen. Andere hätten ihre geplanten Kündigungen bei einem privaten Forum ausserhalb des Kurzmitteilungsdiensts thematisiert und unter anderem gefragt, ob nun ihre US-Visa in Gefahr seien oder ob sie tatsächlich die versprochene Abfindung bekämen, teilte ein erst diese Woche gefeuertes Ex-Mitglied der Belegschaft mit, das lieber anonym bleiben wollte.

«An all die Tweeps, die entschieden haben, dass heute euer letzter Tag ist: Danke dafür, dass ihr durch Höhen und Tiefen fantastische Kollegen gewesen wart. Ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was ihr als Nächstes macht», twitterte am Donnerstag die Angestellte Esther Crawford, die bei Twitter bleiben will. Für die Plattform arbeitet sie aktuell an der Überarbeitung des Verifikationssystems.

Musk setzt Mitarbeitende unter Druck

Musk hatte die Mitarbeiter kürzlich vor die Wahl gestellt, seiner Neuausrichtung des Kurzmitteilungsdienstes und «Hardcore-Arbeit» zuzustimmen oder entlassen zu werden. In einem E-Mail an verbliebene Angestellte setzte er ihnen eine Frist, bis Donnerstag 17 Uhr US-Ostküstenzeit zu entscheiden, ob sie Teil des «neuen Twitters» sein wollten. Die Antwort sollte über einen im E-Mail enthaltenen Link mit einem Click auf «Ja» erfolgen. Wer das nicht mache, bekomme noch drei Monatsgehälter Entlassungsgeld.

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Twitter-Boss Elon Musk fordert von seinen Angestellten «Hardcore-Arbeit», ansonsten drohe ihnen die Kündigung.

Twitter-Boss Elon Musk fordert von seinen Angestellten «Hardcore-Arbeit», ansonsten drohe ihnen die Kündigung.

AFP
Die Antwort sollte über einen im E-Mail enthaltenen Link mit einem Click auf «Ja» erfolgen.

Die Antwort sollte über einen im E-Mail enthaltenen Link mit einem Click auf «Ja» erfolgen.

REUTERS
Schon an seinem ersten Tag als Eigentümer hatte Musk die Führungsriege von Twitter entlassen, etliche Manager gingen danach von sich aus von Bord.

Schon an seinem ersten Tag als Eigentümer hatte Musk die Führungsriege von Twitter entlassen, etliche Manager gingen danach von sich aus von Bord.

REUTERS

Seit seiner Übernahme von Twitter vor rund drei Wochen hat Musk schon die Hälfte der bis dato 7500 Menschen zählenden Belegschaft gefeuert, beendet wurde auch die Zusammenarbeit mit einer grossen Zahl von Auftragnehmern, die unter anderem für Content-Moderation zuständig waren, also das Aufspüren obszönen, rechtswidrigen und schädlichen Inhalten. Schon an seinem ersten Tag als Eigentümer hatte Musk die Führungsriege von Twitter entlassen, etliche Manager gingen danach von sich aus von Bord.

Geht Elon Musk mit seinen Forderungen zu weit?

Angestellte müssen «extrem Hardcore» sein

Erst zu Wochenbeginn schmiss Musk eine kleine Gruppe von Technikern heraus, die sich öffentlich oder über das interne Kommunikationstool Slack mit ihm angelegt hatten.

Dann folgte am Mittwochabend (Ortszeit) das Mail von Musk an die übrig gebliebene Belegschaft, das das Ultimatum enthielt: Er plane einen Durchbruch zu einem «Twitter 2.0», das stark aufs Wesentliche beschränkt sein und im Kern ein Software- und Server-Unternehmen sein müsse, schrieb er. Spezialisten, die «grossartigen Code» schreiben, würden den grössten Teil des Teams stellen. Für den Erfolg seien lange Stunden intensiver Arbeit erforderlich, Mitarbeiter «werden extrem Hardcore sein müssen», ergänzte Musk. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Probleme mit dem Job?

Hier findest du Hilfe:

Arbeit.swiss, Informationen und Adressen für Stellensuchende

Lohnforderung.ch, Rechte bei fristloser Kündigung

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147


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(DPA/job)

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